Universal Music will CDs "reanimieren"

Plan b
06.07.2006

Mit einer neuen Preispolitik und verschiedenen Ausstattungen will nun auch Universal Music dem Medium CD frisches Leben einhauchen.

Ab September sollen CDs von Universal in drei unterschiedlich ausgestatteten und teuren Klassen kommen.

Alle Neuerscheinungen sollen künftig als "Standard"-Version für 14,99 Euro angeboten werden. Dabei werden die gängigen Kristallboxen durch verstärkte, robustere und abgerundete Plastikhüllen mit dem Namen "Super Jewel Box" ersetzt.

9,99, 14,99 und 19,99 Euro

Platten von sich besonders gut verkaufenden Künstler kommen in limitierten "DeLuxe"-Versionen mit Bonus-Material wie zusätzliche Songs als Live-Version oder Videos oder in der obersten Preisklasse für 19,99 auf den Markt.

Ältere CDs vergleicht Universal mit Taschenbuch-Ausgaben von Bestsellern; sie werden als "Standard"-Modelle in schlanker Verpackung zum günstigsten Preis von 9,99 Euro angeboten.

Konkurrent BMG verkauft seine Musik seit über einem Jahr nach einem ähnlichen Preis-Schema. Mit den niedrigeren Preisen für ältere Titel soll auch deren Absatz wieder mehr angekurbelt werden.

Online-Musik als größte "Gefahr"

"Die CD schlägt zurück", so der Vize-Marketingchef von Universal, Max Hole. Universal könne den CD-Markt wieder wachsen lassen – oder zumindest den konstant sinkenden Absatz wieder ankurbeln, relativierte er seinen eigenen Optimismus.

Die höheren Preise für die DeLuxe-Versionen sieht Hole nicht als Problem – Pilotprogramme in Europa hätten gezeigt, dass auch diese sich verkaufen. Viele Kunden würden Musik-CDs als Geschenk kaufen und das Bonusmaterial als zusätzliche Draufgabe schätzen.

Analysten sehen die Bemühung der Plattenfirmen aber als vergeblich an. Zwar werden CDs trotz sinkender Verkaufszahlen weiterhin gekauft, doch vor allem die Online-Musik nimmt dem Medium, das einst das Vinyl verdrängte, viele Kunden ab.

2005 machten digitale Downloads via Handy oder Internet bereits mit 1,1 Milliarden Dollar sechs Prozent des weltweiten Umsatzes der Musikindustrie aus.

(AFP | Reuters)