Personalabbau der DT bleibt nebulös
Über Tempo des Pesonalsabbaus bei der Deutschen Telekom [DT] und ihrer Tochterunternehmen, gab es heute widersprüchliche Aussagen: Konzernvertreter sagten, es gäbe keinen "forcierten" Personalabbau, Gewerkschafter sagten, die DT dränge auf einen "beschleunigten Personalabbau".
Die Deutsche Telekom will ihren Personalbestand Unternehmenskreisen zufolge in den Jahren 2002 bis 2004 um jährlich rund 10.000 Stellen verkleinern und damit das bisherige Tempo beim Stellenabbau beibehalten.
Ein Telekom-Sprecher bestätigte die Absicht des Unternehmens, den Personalbestand weiter zu reduzieren. Fest eingeplant und mit dem Betriebsrat verabredet sei die Streichung von 10.000 Stellen in der Festnetzsparte T-Com im laufenden Jahr.
Den von der Gewerkschaft Ver.di befürchteten Abbau von bis zu 30.000 Jobs bis Ende 2004 wollte der Sprecher indes nicht bestätigen, da der Umfang des geplanten Personalabbaus noch nicht feststehe. Auf betriebsbedingte Kündigungen werde aber verzichtet.
Vorrangig solle technisches Personal bei T-Com abgebaut werden. Einsparpotenziale ergäben sich aber auch im Systemhausgeschäft und in der Mobilfunksparte. Es gebe "Rationalisierungsdruck", aber keinen forcierten Personalabbau, sagte der Sprecher.
Gerüchte über Stellenabbau bei T-MobileGewerkschaft widerspricht
Der im Gewerkschaftsvorstand von Ver.di für Festnetzkommunikation zuständige Experte Jürgen Richter sagte hingegen, die Telekom dringe auf einen beschleunigten Personalabbau.
Außer der bereits geplanten Streichung von rund 10.000 Stellen bei der Festnetzgesellschaft T-Com sollten nun konzernweit bis zu 20.000 weitere Arbeitsplätze eingespart werden, sagte der Gewerkschafter.
Bei T-Com könnte sich der von der Unternehmensleitung geplante Stellenabbau dadurch auf bis zu 20.000 erhöhen, bis zu 10.000 weitere Stellen könnten bei der Mobilfunktochter T-Mobile, der Systemhaustochter T-Systems sowie anderen Konzernteilen wegfallen.
Der Gewerkschaftsvertreter sagte, der forcierte Abbau sei von der Unternehmensleitung mit schwächeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Regulierungspolitik in Deutschland begründet worden, die im Festnetzgeschäft zu Marktanteilsverlusten des Unternehmens geführt habe.
In den vergangenen Jahren hat die Telekom ihren Personalbestand bereits deutlich reduziert. Von den ehemals 230.000 Beschäftigten in der damals noch staatlichen Muttergesellschaft im Jahr 1990 ist die Zahl der Stellen auf derzeit rund 120.000 in der Festnetzgesellschaft T-Com gesunken. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Konzernbeschäftigten, da die Telekom in den übrigen Geschäftsfeldern Mobilfunk, Informationstechnik und Internet den Personalbestand auch durch Zukäufe im In- und Ausland kräftig ausbaute.
