16.05.2002

SONICBLUE

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Spionage-Verfügung verschoben

Das Technologieunternehmen Sonicblue, Hersteller des bisher nur in den USA vertriebenen digitalen Videorekorders "ReplayTV 4000", konnte vor Gericht den Aufschub eines Urteils erwirken, nach dem die Nutzer seines Videorekorders ausspioniert werden sollten.

Das Gericht hatte Sonicblue ursprünglich die Auflage erteilt, binnen 60 Tagen eine Tracking-Software zu erstellen. Die Verfügung wird jetzt bis zu einer Anhörung am 3. Juni ausgesetzt.

Jeder Klick soll protokolliert werden

Sonicblue war am 26. April vom Bundesbezirksgericht in Los Angeles dazu verurteilt worden, alle verfügbaren Nutzungsdaten seiner User zu protokollieren und diese an die Filmindustrie zu übergeben.

Auf die gerichtliche Anordnung hin sollte Sonicblue jede aufgenommene Sendung, jeden übersprungenen Werbeblock oder jeden Austausch von Aufnahmen mit Dritten aufzeichnen, damit sich die Filmindustrie ein Bild vom Ausmaß der Urheberrechtsverletzungen machen können.

Man befürchte vor allem sinkende Werbeeinnahmen und die illegale Weitergabe von kostenpflichtigen Inhalten aus Premium-Kanälen.

Verschiedene Bürgerrechts- und Datenschutzorganisationen hatten die gerichtliche Entscheidung angegriffen, da sie einen massiven Eingriff in die Privatsphäre der Nutzer darstelle.