16.05.2002

PER GUMMIBÄR

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Japaner überlistet Fingerabdrucksysteme

Der japanische Kryptographie-Experte Tsutomu Matsumoto hat Methoden entdeckt, um Fingerabdruck-Sicherheitssysteme zu umgehen.

Das hat insofern Implikationen für die Biometrie-Industrie, als die Identifikation per Fingerabdruck bis dato immer als extrem sicher galt.

Matsumoto, Professor an der Yokohama National University, hat gezeigt, dass mit Ingredienzien im Wert von rund zehn Euro beinahe alle Fingerabdruck-Systeme überlistbar sind. Dazu verwendet Matsumoto Plastik und Gelatine - aus letzterem werden unter anderem auch Gummibären hergestellt.

Fremde Fingerabdrücke von glatten Oberflächen

Ein weiteres Experiment umfasste das kriminaltechnisch relevantere Anwendungsgebiet von latent vorhandenen Fingerabdrücken, die etwa auf glatten Flächen haften bleiben. Der Fingerabdruck auf einer Glasfläche wird mit einem Adhäsiv bestäubt, um ihn besser sichtbar zu machen. Danach wird der Abdruck mit einer Digicam fotografiert, in einem Bildbearbeitungsprogramm nachbearbeitet und schließlich auf einer Folie ausgedruckt.

Der Ausdruck wird dazu verwendet, um eine fotosensitive Platine zu belichten, den Rest wegzuätzen und schließlich die Gelatine aufzutragen. Die fertige Kopie überlistet immerhin 60 Prozent der getesteten Geräte.

Elf Systeme im Test

Insgesamt wurden elf kommerzielle Biometriesysteme getestet. Die Geräte verwendeten sowohl optische als auch kapazitative Messgrößen.