Ein Haus als Intelligenzbestie
Vor kurzem hat Philips in Eindhoven, Niederlande, das erste "voll funktionsfähige Zukunftshaus für intelligente Technologien von morgen" eröffnet.
Das Philips-"HomeLab" ist ein Labor für die Erforschung von Geräte-Prototypen und Applikationen der Zukunft. Die dort eingesetzten Technologien sollen schon in wenigen Jahren auf den Markt kommen - falls sie die Mindeststandards der Praxistauglichkeit bestehen.
Die Versuchsfamilien leben bis zu zwei Monate im HomeLab, um die neuen Systeme auszuprobieren, während die Wissenschaftler 24 Stunden pro Tag Big Brother spielen und alle Personen über versteckte Kameras beobachten.
Um neue, "intelligente" Technologien zu testen, lebt eine Gruppe von Menschen normalerweise für einige Zeit in einem "Haus der Zukunft" und berichtet später von ihren Erfahrungen. Philips jedoch glaubt, dass es wesentlich sinnvoller ist, eine Familie 24 Stunden täglich beim Ausprobieren der Technik zu beobachten. Das Gebäude ist über 20 versteckte Kameras und Mikrofone mit modernen Kontrollräumen verbunden.
Philips ResearchMusiksystem erkennt Song am Summen
Überraschenderweise benutzt Philips im gesamten Haus kein System mit Spracherkennung. Nach Ansicht der Wissenschaftler ist diese Technologie in höchstem Maße unzuverlässig, und auch die Benutzer fühlen sich meist unwohl, wenn sie laut mit einem Computer sprechen müssen.
Die Geräte werden meist über berührungsempfindliche Bildschirme gesteuert.
Ein besonderes Feature bietet die Musikanlage des Future-Hauses: Summt man ein paar Takte seiner Lieblingsmelodie, spielt das System automatisch den passenden Titel von CD ab.
Im Wohnzimmer ist ein Touch-Screen im Tisch eingebaut, um immer und überall seine E-Mails abrufen zu können. Plasma Bildschirme säumen die Wände und zeigen Kunstwerke oder Landschaften, die je nach Stimmung geändert werden können.
Philips DesignVideos auf dem Badezimmerspiegel
Ein anderes Spielzeug ist der Badezimmerspiegel, bestehend aus einem LCD-Display überzogen mit einer dünnen Schicht aus halb reflektierender Folie.
Der Spiegel gibt nicht nur wider, wer der Schönste im ganzen Land ist, sondern kann auch Informationen anzeigen und Videos abspielen.
So kann man sich bei der Zahnpflege einen Cartoon anschauen oder über die neuesten Nachrichten oder Börsenkurse informieren.
Mittels Gesichtserkennung kann das System auch die einzelnen Familienmitglieder identifizieren und beispielsweise Gesundheits- oder Pflegetipps geben. Die Sprachausgabe hierbei ist klugerweise optional auszuwählen.
Männer, die den intelligenten Rasierer von Philips verwenden, werden automatisch gewarnt, wenn sie zu fest aufdrücken oder wenn das Gerät gereinigt werden muss.
Hauptsache: High-Tech
Im Kinderzimmer des High-Tech-Hauses ist ein Videoprojektor an der Decke montiert, der Bilder auf den Fußboden des Raumes projiziert.
Die Kinder können eigene Bilder malen, einscannen, mit Sound unterlegen und so ganze Animations-Sequenzen auf dem Fußboden laufen lassen.
Inwieweit es sinnvoll ist, gerade auf den in Kinderzimmern ja sowieso nie "freien" Fußboden zu projizieren, sei dahingestellt.
Welche der vielen Möglichkeiten die Bewohner eines "intelligenten" Hauses auch tatsächlich nutzen, werden die ersten Versuche schon bald zeigen.
