12.05.2002

SPIEL & KRITIK

Bildquelle: Godgames

Ein Rachefeldzug auf allen Formaten

Die meisten Gamer spielen Ego-Shooter lieber auf dem PC. Bessere Grafik und präziseres Handling mit Maus und Tastatur lautet dabei die Argumentation. Dass solche Spiele auch auf Konsolen funktionieren können, zeigt die Konsolen-Umsetzung von "Max Payne".

"Max Payne" ist nichts für zart besaitete Gemüter. Was am Anfang noch wie der amerikanische Traum [angesehener Job, Familie und Eigenheim am Stadtrand] erscheint, endet bald in viel Blut. Wer hohe Reaktionsfähigkeit und einen guten Magen hat, könnte an dem Spiel und seiner gut erzählten Geschichte Gefallen finden.

Payne ist ein Undercoveragent, dessen Familie von Unbekannten ermordet wurde. Auf der Suche nach den Tätern gerät er auf die Spur des größten Mafiabosses New Yorks. Sein Fall entwickelt sich damit zu einem Kampf auf Leben und Tod.

"Bullet Time" a la "The Matrix"

Der von Remedy Entertainment entwickelte und von 3D Realms produzierte Third-Person-Action-Adventure-Shooter erzählt die Geschichte wie einen Film. Die großzügigen Videosequenzen treiben die Handlung voran, dazwischen müssen zahlreiche Gegner eliminiert werden.

Im Laufe des Spiels wird das immer schwieriger. Die Gegner werden besser und zahlreicher und das Spiel passt sich den Fähigkeiten des Spielers an.

Die Grafik der Xbox-Version ist kantig, wie auch die PC- und PS2-Version. Anhand von Screenshots konnten keine gravierenden Unterschiede ausgemacht werden, die Licheffekte sind bei der PC- und PS2-Version allerdings genauer platziert.

Ein Feature des Spiels ist "Bullet Time". Damit wird die Zeit verlangsamt, während Max Payne weiter in Realzeit mit seinen Waffen zielen und a la "Matrix" den Kugeln ausweichen kann.

Schwieriger Trapezakt

Wer die PC-Version sein Eigen nennt, kann mit MaxED und ParticleFX eigene Levels erstellen. Auch das eigene Konterfei kann dem Hauptdarsteller appliziert werden.

Die Steuerung mittels Xbox-Controller ist gut, bei diversen Trapezakten allerdings mühsam, da Payne nur selten auf Spur zu halten ist. Die Interaktivität ist hoch: Viele Dinge können bewegt werden, Kästen geöffnet und Fernseher eingeschalten werden.

Das Gameplay ist linear, wichtige Dinge können nicht übersehen werden, da Payne seine Augen darauf heftet. Wenn in einem Levelabschnitt die Sirene mit gezieltem Blattschuss lahm gelegt wird, kommentiert Payne das mit einem trockenen "Thank you".

"Max Payne" ist für PC, Xbox und PS2 verfügbar. Getestet wurde die Xbox-Version.