10.05.2002

BLAULICHT

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Schicksalstag für Milliardenprojekt "Adonis"

Deadline für den Großauftrag Errichtung und Betrieb des Behördenfunknetzes Adonis: Das Bundesvergabeamt hat vor zwei Wochen seine Empfehlung für das Bieterkonsortium Master-Talk, ein Joint-venture von Siemens und den Wiener Stadtwerken, ausgesprochen.

Daraufhin haben die beiden unterlegenen Bewerber [Tetratel, ein Konsortium von Austro Control, Kapsch und Motorola einerseits, sowie Telekom Austria andererseits] Schlichtungsanträge bei der Bundesvergabekontrollkommission gestellt.

Über die Anträge soll heute entschieden werden.

Projekt "Adonis" könnte noch platzen

Wenn die Kommission Verfahrensmängel feststellt, kann sich das Projekt durch eine einstweilige Verfügung um mindestens ein bis zwei Monate verzögern.

Falls das Projekt in ein Rechtsverfahren beim Verfassungsgerichtshof [VfGH] ausufert, könnte das Innenministerium als zuständige Behörde das Megaprojekt überhaupt platzen lassen, wird aus Bieterkreisen verlautbart.

1,2 Milliarden Euro Auftragsvolumen

Adonis ist einer der größten Aufträge, den die Republik bisher zu vergeben hatte.

Das Auftragsvolumen wird für die nächsten 15 Jahre auf 1,2 Milliarden Euro geschätzt, wobei es um insgesamt 80.000 Funkgeräte für die Bundesgendarmerie und Sicherheitsdienste wie Rettung und Feuerwehr geht.

24.500 Funkgeräte sind davon für die Netze des Innenministeriums und der Landesverteidigung bestimmt, der Zentralrechner soll im Innenministerium stehen.

Master-Talk punktete vor allem mit einem deutlichen Preisvorteil im Endausbau für 80.000 Endgeräte.