10.05.2002

MUSIKINDUSTRIE

Bildquelle: MN

RIAA kontert File-Sharing-Studie

Die Recording Industry Association of America [RIAA] greift die Ende April veröffentlichte Studie des Marktforschers Jupiter Media Metrix zum Kaufverhalten von Tauschbörsen-Usern scharf an.

Die Interessensvertretung der US-Musikindustrie liefert eine eigene Umfrage, die ganz andere Daten liefert. Laut der Studie von Jupiter MM kaufen häufige MP3-Tauscher mehr Musik-CDs als jene, die weniger oft online Musik tauschen.

Vorgehen kritisiert

Der Vorwurf der RIAA an Jupiter MM betrifft einerseits die Auswahl der 3.000 Befragten, andererseits werden die Korrelationen der Studie in Frage gestellt.

Die RIAA behauptet, dass ein wesentlicher Teil ihrer Umsatzeinbußen auf MP3-Tauscher unter 18 Jahren zurückgeht. In der Studie von Jupiter MM wurden aber ausschließlich Erwachsene befragt.

Zudem seien sowohl MP3-Tauscher als auch CD-Käufer Musikliebhaber. Daraus eine Wechselwirkung zwischen Download- bzw. Tauschverhalten und Kaufverhalten zu konstruieren sei unzulässig.

Nerven liegen blank

In einer eigenen Umfrage, die zeitlich nach der kritisierten Studie unter 2.225 Teilnehmern durchgeführt wurde, kommt die RIAA zu einem gänzlich anderen Ergebnis als Jupiter: Online-Piraterie bringt demnach eindeutig Umsatzrückgänge.

Laut RIAA-Umfrage sagen 30 Prozent der "Heavy music buyers" unter 30 Jahren, dass sie "keine Musik kaufen, weil sie den Großteil kostenlos laden und kopieren können."