Richterin will modulares Windows ansehen
Die im Kartellverfahren gegen Microsoft zuständige Richterin Colleen Kollar-Kotelly hat den klagenden US-Bundesstaaten die Vorführung einer "modularen" Version des Betriebssystems Windows erlaubt.
Kollar-Kotelly sagte am Dienstag in Washington, der von den Bundesstaaten genannte Experte James Bach könne die von ihm entwickelte baukastenartige Version des Betriebssystems Windows am 15. Mai präsentieren.
Windows ohne IE und WMP
Die neun Bundesstaaten, die den zwischen Microsoft und der
US-Regierung ausgehandelten Vergleichsvorschlag bisher ablehnen,
fordern vor allem die Bereitstellung von Windows für die Konkurrenz
durch die Möglichkeit, das Betriebssystem von zusätzlichen
Microsoft-Softwareprogrammen wie Internet Explorer und Windows Media
Player zu trennen.
MS kürzt ZeugenlistMicrosoft: "Technisch unmöglich"
Microsoft lehnt diese Forderung unter anderem mit der Begründung ab, es sei technisch unmöglich, Windows auf ein Kernbetriebssystem abzuspecken, das nach Belieben um Zusatzfunktionen erweitert werden könnte. Nach Ansicht von Microsoft-Mitbegründer Bill Gates wird außerdem die Existenz von Windows als stabile Plattform durch die Forderungen der Bundesstaaten bedroht.
Kollar-Kotelly sagte, der von den Bundesstaaten genannte Experte Bach wolle beweisen, dass die von ihm gebaute "modulare" Version von Windows robust und zuverlässig sei.
Die Bundesstaaten hätten zwar aus taktischen Gründen nicht früher die Präsentation des "modularen" Windows beantragt. Es sei aber für das Gericht wichtig, eine maßgeschneiderte Windows-Version zu sehen, sagte sie.
