Microsoft heuert [Ex-]Agenten an
Die Job-Location ist nicht Redmond, Washington, sondern Washington D.C., und auch die Qualifikationen sind ungewöhnlich, was diesen in Ausschreibung befindlichen Direktorsposten bei Microsoft betrifft.
Gesucht wird nämlich ein leitender Beamter mit mindestens zehn Jahren Erfahrung im Öffentlichen Dienst, der sich beim "Homeland Security Staff" der Regierung als "vertrauenswürdiger Berater" etablieren soll.
Als Ziel ist vorgeschrieben, die "erfolgreichste Software-Firma der Welt" mit der "mächtigsten Nation der Welt" in engere Kooperation zu bringen.
Anders gesagt:
Aufgabe des neuen "Director Federal Homeland Security" ist es,
"starke Beziehungen zu Entscheidungsträgern im Öffentlichen Dienst
zu entwickeln und zu pflegen" und "über die Sicherheitsanforderungen
von Regierungsdiensten" genau Bescheid zu wissen.
Die Ausschreibung im Detail"Top secret mit Lügendetektortest"
Weiters sollen nicht nur die politischen Entscheidungen verfolgt bzw. "proaktiv" beeinflusst werden, Aufgabe ist es, herauszubekommen, welche "Agencys" welche Budgets zu vergeben haben.
Wie in diesen "Agencys" üblich, muss auch Microsofts neuer "Director Federal Homeland Security" einer "Security Clearance", also einem Durchleuchten seines bisherigen Lebens, zustimmen.
Bevorzugt werden jene, so die Stellenausschreibung weiter, die bereits ein behördliches Dossier möglichst in der Klasse "top secret mit Lügendetektor" mitbringen.
Technischerseits hat man die Latte nicht so hoch gelegt: Grundsätzliches technisches Verständnis für IT, Interoperabilität und Datenaustausch werden vorausgesetzt.
Im Klartext heißt das:
Microsoft stellt bevorzugt [Ex-]Agenten mit guten Kenntnissen der
Entscheidungsstrukturen des militärisch-elektronischen Komplexes
ein.
Microsoft benennt neuen SicherheitschefMilliarden für die Heimatfront
Im Zuge des "Patriot Act" und anderer Gesetze, die nach dem 11. September verabschiedet wurden, sind Milliarden Dollar in den Aufbau der Verteidigung an der Heimatfront ["Homeland Defense"] geflossen.
Die für die Branche doch etwas überraschende Ernennung des Juristen und langjährigen obersten Strafverfolgers in Sachen "Computer Crime", Scott Charney, zum neuen Sicherheitstrategen von Microsoft passt da genau ins Bild.
Microsofts neuer [Un-]Sicherheitschef"National Homeland Security Agency"
Ein bis vor kurzem geheim gehaltener Bericht der "Commission on National Security/21st Century", der auch bekannte Abgeordnete wie Gary Hart und Newt Gingrich angehören, empfiehlt unter dem Titel "Imperativ zum Wechsel" die Schaffung einer "National Homeland Security Agency" [NHSA].
Aufgaben dieser neuen, "unabhängigen" Behörde sei dezidiert auch Schutz der nationalen IT-Infrastruktur.
Das Wort "Zivilschutz" ist insofern fehl am Platz, zumal Nationalgarde, Grenzschutz und Küstenwache mit der Umsetzung von "Homeland Defense" betraut werden sollen.
Der dreiteilige Report der KommissionOracle
An die milliardenschweren Budgets will freilich nicht nur
Microsoft heran: Oracles CEO Larry Ellsion hatte bereits öffentlich
angeboten, zur Erhöhung der Heimatsicherheit Datenbanken für ein
zentrales Melderegister zu liefern.
Eine Datenbank mit geografischen Informationen
"Homeland Defense" a la Sun
