06.05.2002

"HOMELAND"

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Microsoft heuert [Ex-]Agenten an

Die Job-Location ist nicht Redmond, Washington, sondern Washington D.C., und auch die Qualifikationen sind ungewöhnlich, was diesen in Ausschreibung befindlichen Direktorsposten bei Microsoft betrifft.

Gesucht wird nämlich ein leitender Beamter mit mindestens zehn Jahren Erfahrung im Öffentlichen Dienst, der sich beim "Homeland Security Staff" der Regierung als "vertrauenswürdiger Berater" etablieren soll.

Als Ziel ist vorgeschrieben, die "erfolgreichste Software-Firma der Welt" mit der "mächtigsten Nation der Welt" in engere Kooperation zu bringen.

"Top secret mit Lügendetektortest"

Weiters sollen nicht nur die politischen Entscheidungen verfolgt bzw. "proaktiv" beeinflusst werden, Aufgabe ist es, herauszubekommen, welche "Agencys" welche Budgets zu vergeben haben.

Wie in diesen "Agencys" üblich, muss auch Microsofts neuer "Director Federal Homeland Security" einer "Security Clearance", also einem Durchleuchten seines bisherigen Lebens, zustimmen.

Bevorzugt werden jene, so die Stellenausschreibung weiter, die bereits ein behördliches Dossier möglichst in der Klasse "top secret mit Lügendetektor" mitbringen.

Technischerseits hat man die Latte nicht so hoch gelegt: Grundsätzliches technisches Verständnis für IT, Interoperabilität und Datenaustausch werden vorausgesetzt.

Milliarden für die Heimatfront

Im Zuge des "Patriot Act" und anderer Gesetze, die nach dem 11. September verabschiedet wurden, sind Milliarden Dollar in den Aufbau der Verteidigung an der Heimatfront ["Homeland Defense"] geflossen.

"National Homeland Security Agency"

Ein bis vor kurzem geheim gehaltener Bericht der "Commission on National Security/21st Century", der auch bekannte Abgeordnete wie Gary Hart und Newt Gingrich angehören, empfiehlt unter dem Titel "Imperativ zum Wechsel" die Schaffung einer "National Homeland Security Agency" [NHSA].

Aufgaben dieser neuen, "unabhängigen" Behörde sei dezidiert auch Schutz der nationalen IT-Infrastruktur.