Siemens will sanften Job-Abbau
Beim geplanten drastischen Stellenabbau will der Siemens-Konzern auf neuen Wegen möglichst ohne Kündigungen auskommen.
"Wir wollen so sozialverträglich wie möglich vorgehen. Betriebsbedingte Kündigungen sind die ultima ratio", sagte Siemens- Manager Lothar Harings, der das Projekt "Neue Perspektiven" der Netzwerksparte ICN leitet.
Hilfe durch externe Berater
So sucht Deutschlands größter Elektrokonzern mit Hilfe externer
Berater unter dem Motto "New Placement" nach neuen Stellen für
hunderte seiner Mitarbeiter. Zudem können sich im Rahmen von
Modellprojekten Beschäftigte eine Zeit lang einen Arbeitsplatz mit
einem Kollegen teilen oder bei Siemens ein Stipendium für ein
Studium beantragen. Ziel sei es, auch den Bedürfnissen der
Mitarbeiter Rechnung zu tragen.
SiemensArbeitnehmervertreter zürnen Siemens
Allein in seiner defizitären Netzwerksparte will Siemens weltweit 16.500 Arbeitsplätze streichen. Arbeitnehmervertreter warfen dem Konzern - jahrzehntelang als treuer Arbeitgeber geschätzt - eine Überreaktion vor.
Im nächsten Aufschwung könnten die hoch qualifizierten Arbeitskräfte fehlen. Wenn es aber nicht nur um eine Konjunkturflaute, sondern auch um strukturelle Problemen wie bei ICN gehe, reichten Kurzarbeit und andere Übergangsmodelle nicht aus, sagte Harings. "Um uns dem Wettbewerb zu stellen, müssen wir Ressourcen reduzieren."
Auf nicht alle Mitarbeiter, die derzeit nicht gebraucht werden, will Siemens verzichten. Schließlich dürfte auch in den schwierigen Telekommunikationssparten eines Tages wieder Rückenwind kommen.
Derzeit arbeitet ICN an weiteren und auf spezielle Mitarbeitergruppen zugeschnittenen Programmen, die in Kürze vorgestellt werden sollen.
