File-Sharing kurbelt CD-Verkauf an
Entgegen der Kritik der unter Umsatzeinbußen leidenden Plattenkonzerne können Tauschbörsen einer US-Studie zufolge die Verkäufe herkömmlicher Tonträger ankurbeln.
Der Online-Austausch von Musikdateien habe einen polarisierenden Effekt auf Musikfans, heißt es in der Untersuchung der US-Beratungsfirma Jupiter Media Metrix.
Der weltweite Absatz der internationalen Musikindustrie ist nach Verbandsangaben im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf rund 38,3 Mrd. Euro gefallen. Die Absatzeinbußen sind laut dem Musikindustrieverband "International Federation of the Phonografic Industry" [ifpi] hauptsächlich auf die weltweit schleppende Konjunktur sowie "private Raubkopien" von Musikträgern wie CDs zurückzuführen.
Weniger Umsatzeinbußen als erwartetNegativ-Effekt durch Mehreinkäufe aufgewogen
Der Studie zufolge würden einige Hörer von Gratismusik zwar weniger Geld für Alben ausgeben. Dieser Negativ-Effekt werde jedoch durch Mehreinkäufe vor allem von erfahrenen Internet-Nutzern mehr als aufgewogen.
29 Prozent der Internet-Nutzer gaben an, ihre Kaufgewohnheiten auf Grund von Tauschbörsen geändert zu haben. 19 Prozent davon erklärten, seitdem mehr Tonträger zu kaufen. Nur zehn Prozent griffen demnach seltener in die Brieftasche.
Plattenfirmen würden die Tauschbörsen als "Sündenbock" für ihre Umsatzverluste missbrauchen, anstatt ihre Marketing-Aktivitäten im Internet zu verstärken, schlussfolgerten die Analysten.
Musikindustrie fühlt sich bedroht
Auch der österreichische Verband der Musikwirtschaft [ifpi] hat
in seiner Jahresbilanz 2001 darauf hingewiesen, dass die
Musikindustrie durch das private Brennen von Musik-CDs und den
kostenlosen Download von Musik immer mehr unter Druck gerät. Die
Musikpiraterie hat 2001 nach Angaben des ifpi deutlich zugenommen.
Erstmals entsprach im Vorjahr die Zahl der mit Musik bespielten
Leer-Tonträger ungefähr jener der verkauften Original-Tonträger.
Heimische Musikindustrie unter Druck
