SAP gut gegen MS-Konkurrenz gerüstet
Der größte europäische Softwarehersteller SAP rechnet nicht mit einer kurzfristigen Erholung auf dem Markt für Informationstechnologie.
Auch bei einer erwarteten Erholung der Weltwirtschaft im zweiten Halbjahr sei nicht unmittelbar mit höheren IT-Investitionen zu rechnen, sagte SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann am Freitag auf der Hauptversammlung in Mannheim.
"Die Erfahrung zeigt: Die Erlöse mit Software-Lizenzen ziehen mit einer Verzögerung von einigen Monaten an."
SAPSAP setzt auf KMUs
Mit einer erweiterten Produktpalette wolle SAP auch verstärkt kleine und mittlere Unternehmen [KMUs] als Kunden gewinnen, sagte Kagermann.
Kagermanns Sprecherkollege Hasso Plattner hat Befürchtungen einer härteren Konkurrenz für den Konzern wegen der geplanten Übernahme von Navision durch Microsoft gedämpft.
"Wir nehmen das sehr ernst, ohne vor dem Riesen Microsoft Angst zu haben", sagte Plattner.
Dänische Tochter soll Position in Europa stärken
Microsoft befindet sich derzeit in Kaufverhandlungen mit dem
dänischen Softwareunternehmen NavisionDamgaard. Der Kaufpreis soll
1,2 Mrd. bis 1,5 Mrd. USD [bis 1,7 Mrd. Euro] betragen, berichtet
das "Wall Street Journal".
Microsoft setzt auf Unternehmenssoftware"Mangelnde Marktkenntnis"
Microsoft zeige mit diesem Schritt zwar seinen Willen, alle Bereiche betriebswirtschaftlicher Software abzudecken. Dass der US-Konzern kurz nach Great Plains erneut eine Firma in diesem Bereich erwerben wolle, zeuge aber auch von mangelnder Marktkenntnis.
Plattner zweifelt daran, dass die Produkte der dänischen Navision mit Great Plains zusammenpassen.
Die Lage mit dem Technologiepartner Microsoft sei aber schwieriger geworden. "Wir sind gut gerüstet", erklärte Plattner. Die Übernahme sei für die SAP-Entwickler Ansporn, noch bessere Lösungen zu entwickeln.
Microsoft kauft Great Plains Software
Microsoft hatte im April 2001 das Finanzsoftware-Unternehmen
Great Plains für 1,1 Milliarden USD übernommen. In Stellenanzeigen
für die Great-Plains-Einheit spricht Microsoft vom "nächsten
Milliarden-Dollar-Geschäft". Das CRM-System soll im vierten Quartal
2002 in den USA auf den Markt kommen. Die Software der
Microsoft-Abteilung Great Plains basiert auf der ".NET"-Technologie
von Microsoft.
1,2 Milliarden USD im AktientauschWechsel von Andersen zu Wirtschaftsprüfer KPMG
Nach den Problemen des Wirtschaftsprüfers Arthur Andersen will SAP der Prüfungsgesellschaft das Mandat entziehen.
Der Aufsichtsrat hat in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen, der Hauptversammlung stattdessen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG vorzuschlagen.
Der internationale Arthur-Andersen-Verbund sei nach der Pleite des US-Energieversorgers Enron stärker auseinander gebrochen als erwartet, sagte SAP-Aufsichtsratsvorsitzender Dietmar Hopp zur Begründung. Arthur Andersen hatte Enron kurz vor der Pleite fehlerhafte Testate erteilt.
