02.05.2002

DEUTSCHLAND

Bildquelle: orf on

Cybercrime hat Konjunktur

Die "Computerkriminalität" hat in Deutschland im vergangenen Jahr nach offizieller Lesart drastisch zugenommen.

Nach der heute von Bundesinnenminister Otto Schily [SPD] und Bremens Innensenator Kuno Böse [CDU] veröffentlichten Polizeistatistik für 2001 wurden 39,9 Prozent mehr Straftaten mit Computern gezählt als im Vorjahr.

Laut Polizeistatistik nahmen insbesondere die registrierten Fälle von "Computerbetrug" um 162,3 Prozent auf 17.310 Fälle zu. Der Betrug mit Zugangsberichtigungen zu Kommunikationsdiensten stieg um 265,7 Prozent auf 8.039 Fälle an. Dabei handelt es sich meistens um Surfen auf Telefonkosten anderer Internet-Benutzer.

Spezialisten einstellen

Schily sagte, der Anstieg bei der Computerkriminalität zeige, dass Bund und Länder in Zusammenarbeit mit der Industrie noch erhebliche Anstrengungen vor sich hätten.

Böse, der zurzeit den Vorsitz in der Innenministerkonferenz der Länder innehat, beklagte, dass den Polizeien nicht ausreichend Mittel und Personal zur Bekämpfung von Computerkriminalität zur Verfügung stünden.

Statt normale Polizisten in teure Fortbildungen zu schicken, müsse es möglich werden, Spezialisten einzustellen und diese auch marktüblich zu bezahlen.