Deutsche Telekom unter Erstausgabekurs
Die Aktien der Deutschen Telekom sind heute nach einer Herabstufung durch die Investmentbank Goldman Sachs auf das Niveau ihrer Erstnotiz vor mehr als fünf Jahren eingebrochen.
Die Bank hatte mitgeteilt, ihre Bewertung der T-Aktien auf "Market Perform" von zuvor "Market Outperform" zurückgenommen zu haben. Als Grund wurden gesenkte Erwartungen für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nach den jüngsten Prognosen des Unternehmens genannt.
Die Aktien der Telekom gaben bis zum Mittag stärker nach als der Branchenindex Dow Jones Stoxx Telecom und fielen um vier Prozent auf 14,10 Euro.
Die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein nahm ihre Gewinnerwartungen für die Telekom ebenfalls zurück und sieht auf mittlere Sicht ein um fünf Prozent geringeres EBITDA. Die Bank begründet das mit gesunkenen Wachstumsaussichten in Europa, ließ jedoch ihre Empfehlung mit "Add" unverändert.
DT mit 63,1 Milliarden Euro SchuldenNeuer Jahrestiefstand
Die T-Aktie markierte damit heute einen neuen Jahrestiefstand. Zudem notieren die Aktien damit auf dem Kursniveau, bei dem sie im November 1996 an die Börse gekommen waren.
Privatanleger hatten die T-Aktien beim ersten Börsengang zu umgerechnet 14,30 Euro erworben, institutionelle Investoren zu 14,57 Euro. Den bisher tiefsten Stand hatten die Telekom-Aktien nach den Anschlägen in den USA im September 2001 mit 13,12 Euro erreicht.
Händlern zufolge wurden die seit über einer Woche unter Druck stehenden Telekom-Papiere auch von der US-Mobilfunktochter VoiceStream belastet, die wegen Änderungen in der Rechnungslegung im ersten Quartal einen Abschreibungsbedarf in Höhe von 3,8 Milliarden USD [4,20 Mrd. Euro] verbucht hatte. Durch neue Abschreibungsregeln wird das US-GAAP-Ergebnis der Mobilfunktochter einmalig belastet. Bisher hatte das Unternehmen Mobilfunklizenzen über die Zeit abgeschrieben.
