02.05.2002

SECURITY

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Erste MP3-Viren dank Winamp-Bug

Eine Sicherheitslücke in der beliebten Player-Software Winamp könnte es Angreifern möglich machen, in einer MP3-Datei einen Computervirus zu verstecken und diesen unter Winamp auf einem fremden Rechner auszuführen.

Nullsoft, die Macher von Winamp, haben die Sicherheitslücke bestätigt.

Betroffen ist die Version 2.79. In der aktuellen Version 2.80 ist die Schwachstelle bereits beseitigt. Nutzer der Winamp-Software sollten umgehend ein Update auf die neueste Version durchführen oder den fehlerhaften Minibrowser in 2.79 deaktivieren.

Winamp 2.80 spielt ".ogg"-Files

Mit der Version 2.80 von Winamp spielt der Audio-Player nun auch Musikdateien im Format Ogg Vorbis [.ogg] ab.

Zudem wurden die Kompatibilität bei der DirectSound-Ausgabe von Windows 9x überarbeitet und einige Fehler in der Bedienoberfläche des CDDB-Teils in Winamp bereinigt.

Ogg Vorbis ist ein dem MP3-Verfahren vergleichbares Komprimierungsformat für Musikdateien, allerdings nach dem Open-Source-Modell.

Details zum Winamp-Bug

Die jetzt entdeckte Schwachstelle im Winamp-Player ist vor allem deswegen gefährlich, da MP3-Dateien bisher als sicher angesehen wurden und Hunderttausende User damit über Dienste wie KaZaA und Morpheus regen Tauschhandel betreiben.

Der Bug im Code von Winamp 2.79 führt dazu, dass das Ausführen einen Buffer-Overflow verursacht und so einen in der MP3-Datei versteckten Virus startet.

Andreas Sandblad, ein schwedischer Student, hat die gefährliche Schwachstelle entdeckt und auf der BugTraq-Security-Mailinglist gepostet.

Begrenzte Reichweite

Der Virus kann daraufhin andere MP3-Dateien auf dem Rechner oder auf angeschlossenen Netzlaufwerken infizieren.

Die Reichweite des Problems ist aber laut Graham Cluley von Sophos Antivirus begrenzt.

"Viele Anwendungen haben Schwachstellen, die zu Angriffen führen können, aber die meisten Schreiber von Viren sind nicht so clever - die können nur VBS-Dateien verbreiten und diesen einen sexy Namen verpassen", sagt Cluley.

Außerdem würde der Virus nur Winamp-Nutzer betreffen - eine kleine Anzahl, verglichen mit den betroffenen Usern bei, zum Beispiel, Microsoft-Outlook-Viren.