Wirtschaft sieht Anstieg von Raubkopien
Im Internet steigt nach Beobachtung der Industrie das Angebot an gefälschten Markenwaren.
"Immer mehr Produktfälscher entdecken das Internet als Vertriebsweg", so die Geschäftsführerin des Aktionskreises Deutsche Wirtschaft gegen Produkt- und Markenpiraterie [APM], Doris Möller.
Computer, Textilien, Software
"Das bereitet uns zunehmend Sorgen." Die Offerten reichten vom
Computer über Software bis zu Textilien. Bei PC-Programmen würde der
Anteil nicht lizenzierter Produkte bei Internet-Versteigerungen bis
zu 60 Prozent betragen.
Industrie hat Angst vor Raubkopier-Boom"Waren sofort aus dem Netz nehmen"
Die Verfolgung der Produktfälscher sei schwierig, da die Waren meist in Einzelpäckchen aus dem Ausland verschickt und dem Zoll daher nur durch Zufall in die Hände fallen würden.
Der APM fordert von den Online-Versteigerern ein konsequenteres Vorgehen gegen die Markenpiraten.
Bei Hinweisen auf unseriöse Anbieter müssten deren Waren sofort aus dem Netz genommen werden, verlangte Möller.
Bei Schadensfall kaum Geld zurück
Achtsamkeit verlangt der Verband auch von den Verbrauchern.
Bieter müssten die Originalpreise der Markenware kennen und bei
Vorkassegeschäften vorsichtig sein. Im Schadensfall sei es meist
aussichtslos, Geld von den Verkäufern zurück zu verlangen,
erläuterte Möller.
Tauschbörsen machen Kino überflüssigAsien, Mitteleuropa, USA
Nach Angaben des Zolls werden immer mehr Produktfälscher an den Grenzen ertappt.
Zwischen 1995 und 2000 erhöhte sich die Zahl der beschlagnahmten Sendungen von 250 auf über 3000.
Die meisten Waren würden aus Asien, Mitteleuropa und den USA stammen, hieß es weiter.
