30.04.2002

SPEICHER

Bildquelle: fuZo

Hynix-Verkauf an Micron geplatzt

Der Aufstieg des US-Chipherstellers Micron zur weltweiten Nummer eins bei Speicherbausteinen ist gescheitert.

Der Vorstand des südkoreanischen Hynix-Konzerns lehnte heute offenbar auf Druck der Gewerkschaften den milliardenschweren Verkauf seines Speicherchipgeschäfts ab.

Micron ist derzeit die Nummer zwei auf dem Weltmarkt und hätte mit Hynix den Branchenführer Samsung Electronics überholt.

Hynix ohne Speichersparte überlebensfähig?

"Die Vereinbarung mit Micron ist geplatzt", sagte Lee Youn Soo, Chef des Hynix-Großgläubigers Korea Exchange Bank.

Nach Angaben eines Hynix-Sprechers fiel die Vorstandsentscheidung einstimmig. Konzernchef Park Chong Sup habe seinen Rücktritt angeboten.

In einer Erklärung äußerte der Hynix-Vorstand Zweifel daran, ob der Rest von Hynix ohne die Speichersparte noch überlebensfähig sein würde.

Rote Stirnbänder und kahl rasierte Köpfe

Die Übernahmegespräche werden seit Monaten von Streikdrohungen der Gewerkschaften begleitet, die für Hynix als drittgrößten Speicherchiphersteller der Welt noch eine eigenständige Zukunft sehen.

Während der Vorstandssitzung demonstrierten Dutzende Gewerkschaftsvertreter mit roten Stirnbändern und kahl rasierten Köpfen in der Hynix-Zentrale.

Nach Angaben der Gewerkschafter haben rund 80 Prozent der Belegschaft ihre Kündigung angekündigt, sollte die Micron-Übernahme gebilligt werden. Bei Hynix arbeiten insgesamt 13.000 Menschen.