28.04.2002

ERFURT-MASSAKER

Bildquelle: APA

Irrfahrt der Polizei im Netz

Der bei dem Massenmörder am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt gefundene Computer hatte keinerlei Anschluss, das Internet war es diesmal also nicht.

In Verruf geraten sind dafür wieder einmal Ego-Shooter-Games, und um drei Ecken brachte die Polizei dann doch wieder das Netz ins Spiel.

Weiter unten geben wir die Überlegungen des Polizeichefs ungekürzt wieder, in Agenturprosa gefasst seitens der AFP. Die angebliche Homepage des Täters wurde weder übermittelt noch ist sie irgendwo aufzufinden.

Originaltext Agence France Presse

"Eine offenbar gefälschte persönliche Internet-Homepage des Amokschützen von Erfurt hat am Sonntag für Aufsehen gesorgt.

Neben dem am Wochenende in zahlreichen Medien veröffentlichten Bild des Täters Robert S. wird auf der Seite unter der Überschrift 'Willkommen auf meiner kleinen Weltnetzseite' die Tat von Erfurt indirekt angekündigt.

'Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich jetzt Amok laufen müsste, (...) wenn mich die egoistischen Stasi-Lehrer wieder den ganzen Tag mit ihren Integralrechnungen versaut haben', heißt es unter anderem auf der Homepage. Die Polizei schloss nicht aus, dass die Seite nicht von S., sondern nach dessen Selbsttötung von einem Fälscher ins Internet gestellt wurde."