Online-Zugriff auf Genprofile bei Interpol
Polizeibehörden aus 184 Staaten können jetzt online auf die Gendatenbank der internationalen Polizeiorganisation Interpol zugreifen.
"Verbrecher, die unschuldige Staatsbürger getötet, bestohlen oder vergewaltigt haben, können nun leichter identifiziert und verhaftet werden, denn alle Polizeibehörden der Mitgliedsstaaten werden sofort wissen, ob ein Verdächtiger auch in einem anderen Land gesucht wird", teilte Interpol dazu mit.
Datenschutz auf nationaler Ebene
Die Genprofile des "DNA-Gateway" bleiben laut Interpol auf den ersten Blick anonym, um den Datenschutz zu gewährleisten.
Bei einem "Treffer" können die anfragenden Polizeistellen aber die Personendaten bei der Behörde des Landes abfragen, die die Daten bereitgestellt hat. Laut Interpol sollen auch die jeweiligen nationalen Gesetze bei der Datenweitergabe zum Tragen kommen.
Die Datenbank umfasst bisher 65.000 Gendateien aus 37 Staaten. Derzeit besitzen 43 der 184 Interpol-Mitgliedsstaaten eine DNA-Datenbank. Der Zugang zu der Datenbank erfolgt über das Interpol-eigene globale Zugangssystem I-24/7.
Zusammenarbeit mit EU und USA
Die Gendatenbank sei in Kooperation mit den Mitgliedsstaaten, den EU-Mitgliedsstaaten und den USA entwickelt worden, so Interpol. Damit solle sichergestellt werden, dass die unterschiedlichen Daten auch miteinander vergleichbar sind.
So soll das Interpol-System auch mit der entsprechenden europäischen Datensuchmaschine kompatibel sein sowie mit CODIS, dem Gen-Datenpool der US-Bundespolizei FBI.
Das FBI entwickelt derzeit ein System, damit die CODIS-Daten mit dem Interpol-System abgeglichen werden können.
(futurezone | dpa)
