Wiederholung für Vivendi-Hauptversammlung
Nach einer peinlichen Computerpanne hat der Medienkonzern Vivendi Universal seine Hauptversammlung für ungültig erklärt.
Vivendi-Chef Jean-Marie Messier kündigte am Wochenende die Einberufung einer neuen Versammlung für den 3. Juni an. Dann will er auch seinen umstrittenen Plan durchbringen, fünf Prozent des Gesellschaftskapitals für Aktienoptionen frei zu schlagen.
Dieses Vorhaben war bei der Versammlung von 5.000 Aktionären Mitte vergangener Woche abgelehnt worden. Messier erklärte, die elektronische Auszählung der Stimmen bei der Aktionärsversammlung sei manipuliert worden. Unternehmensleitung und Aktionärsvereinigungen wollen Gerichte einschalten.
Unklarheiten über Dividende
Vivendi Universal [VU] erklärte die Abstimmungsergebnisse der
Hauptversammlung für ungültig. Vor der neuen Versammlung werden
daher keine Dividenden gezahlt. Die Aktionärsvereinigung Adam
bezweifelte, ob VU angesichts der schlechten Geschäftsergebnisse des
Vorjahres überhaupt in der Lage sei, die Dividenden auszuzahlen.
VivendiElektronisches Stimmverfahren "zweifelhaft"
Die Manipulationen bei der Abstimmung haben laut Vivendi Auswirkungen, die weit über den Einzelfall hinaus reichen. Das Verfahren, bei dem jeder Aktionär am Eingang zu der Versammlung eine Abstimmungsbox erhält, habe sich als störanfällig erwiesen, erklärte der Konzern.
Damit werde das elektronische Stimmverfahren insgesamt "zweifelhaft". Rätselhaft erschien vor allem die Abstimmung über den von Messier geschassten Chef des Pay-TV-Senders Canal Plus, Pierre Lescure. Beim Antrag der Konzernleitung, Lescure aus dem VU-Aufsichtsrat abzuberufen, wurden 44 Prozent Enthaltungen registriert.
Aus Verärgerung über die Entlassung Lescures hatten Canal-Plus-Beschäftigte vor der Hauptversammlung "Überraschungen" angekündigt. Ob ein Zusammenhang zu der Manipulation der Auszählungen bestand, blieb am Wochenende jedoch unklar.
