Infelix Austria unterschätzt IT
Die IT-Branche, so heißt es in einer aktuellen Untersuchung des Marktforschungsinstituts Gartner, befindet sich nach dem "Gipfel der überhitzten Erwartungen" der Jahre 1999 und 2000 nun im "Tal der Ernüchterung". Bergauf gehen soll es demnach erst im Jahr 2005.
Was lässt sich aus dem dot.com crash lernen? Hat er eine positive, bereinigende Wirkung ¿ oder wird genauso wie einst ins Positive, jetzt ins Negative übertrieben?
Günther Krumpak von der "Österreichischen Computer-Gesellschaft" wartet in seinem Buch "IT-Business in Österreich" dazu mit jeder Menge Zahlen, Daten und Fakten auf.
Und er spart nicht mit Kritik: Österreich ist als Fremdenverkehrsland weltweit bekannt, als IT-Standort aber - unberechtigterweise - so gut wie nicht.
Die Innovationswelle im IT-Sektor kommt laut Gartner vorübergehend zum erliegen. 70 Prozent aller technisch erfolgreichen Projekte in Europa werden demnach innerhalb des ersten Jahres nicht zum gewünschten Return on Investment führen. Auch der Bereich Web-Services wird angeblich bis 2004 eine "Phase der Desillusionierung" durchlaufen, da noch keine wirklich "Gewinn versprechenden Killer-Applikationen" abzusehen seien.
"Phase der Desillusionierung"Kritik an IT-Politik
Ohne wie auch immer geartete gemeinsame Werbe- und Marketingstrategie und mit vergleichsweise geringer öffentlicher Unterstützung wurden im Bereich ITK [Informationstechnologie plus Telekommunikation] im Jahr 2000 20,3 Milliarden Euro erwirtschaftet.
Der Umsatz im sehr stark geförderten Tourismusbereich betrug hingegen nur 15,48 Milliarden Euro.
Österreichische IT-Firmen leisten Hervorragendes, aber werden unter ihrem Wert geschlagen, weil sie sich professionelles Marketing nicht leisten können, so Krumpak.
90 Prozent der IT-Firmen beschäftigen zwischen 1 und 10 Mitarbeitern.
Österreichische Computer-GesellschaftStretegie fehlt
Was fehlt ist eine nationale Strategie für die Informationsgesellschaft, meint Krumpak. Er bemängelt, dass drei Ministerien, eben Wirtschafts-, Wissenschafts- und Infrastrukurministerium zuständig sind, und dann auch noch die Kammern.
Viele Fördermaßnahmen sind zu bürokratisch und langwierig und gehen an den Bedürfnissen der IT-Branche vorbei, kritisiert auch Alexander Szadeczky von der Multimedia Agentur Nofrontiere, der heute im Ö1-Magazin matrix zusammen mit Christian Rupp von der Wirtschaftskammer, Sabine Pohoryles-Drexel vom Wirtschaftsministerium und Günter Krumpak über die Lage der IT-Wirtschaft in Österreich diskutieren wird.
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