Elektronik zum Anziehen
Infineon hat heute seine Basistechnologie für "intelligente" Kleidung vorgestellt.
Der Halbleiterhersteller präsentierte dazu die ersten Prototypen robuster, alltagstauglicher Anwendungen von "intelligenten2 Textilien, die in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Textilbranche entstanden sind.
Anwendung in der Sportmedizin [Pulsüberwachung]
Als Anwendungsgebiete sieht Infineon die Bereiche Kommunikation,
Logistik, Medizin und Sicherheit. Die Basistechnologie soll der
Bekleidungsindustrie zur Verfügung gestellt werden.
Wearable ElectronicsMikroelektronische Komponenten eingenäht
Für die "Wearable Electronics" werden mikroelektronische Komponenten wie Chips und Sensoren mit geringem Energieverbrauch mit einem speziellen Gehäuse direkt in die Trägertextilien eingenäht, während die Leiterbahnen in den Stoff eingewoben werden.
Infineon hat für seine intelligente Kleidung eine breite Palette von Chips wie Mikrokontroller, Digital-Signal-Prozessoren, Bluetooth-, GSM- und GPS-Lösungen, Speicherkarten sowie biometrische Sensoren bereitgestellt.
MP3-Player in der Kleidung
Als Konzeptstudie präsentiert Infineon ein Audiomodul, das zum
Beispiel für einen MP3-Player eingesetzt werden kann. Das Modul kann
in die Kleidung eingearbeitet werden. Die Komponenten sind so
ausgelegt, dass sie vor dem Waschen nicht entfernt werden müssen.
Hintergrundinfo: Wearable ElectronicsDas Design-Konzept
Das Design-Konzept besteht aus dem Audiochip-Modul, einem abnehmbaren Batterie-/Multimediacard[MMC]-Modul, Kopfhörer/Mikrofon und einer flexiblen Sensor-Tastatur.
Das Modul misst nur 25 x 25 x 3 Millimeter. Das Batterie- und MMC-Modul wiegt rund 50 Gramm und enthält einen Lithium-Ionen-Polymer-Akku für einen mehrstündigen Betrieb.
Die Einheit wird mit einem einfachen Stecker an der Kleidung befestigt. Die Tastatur aus Metallfolien wird dagegen aufgeklebt
Körperwärme zur Stromerzeugung
Als Alternative zu Akkus demonstriert Infineon den Einsatz von
Thermogeneratoren, wie sie bereits in der Raumfahrt eingesetzt
werden. Die Generatoren nutzen die Körperwärme zur Stromerzeugung.
Infineon hat dazu einen Silizium-basierten Thermogenerator-Chip
entwickelt, der eine Leistung von mehreren Mikrowatt pro
Quadratzentimeter erreicht, was für einige medizinische Anwendungen
durchaus genug ist.
Verschmelzung von Technologie und TextilSmart Label - fälschungssicher?
Infineon hat weiterhin mit my-d einen Chip für Smart-Label-Anwendungen entwickelt, der ebenfalls mit speziellen Gehäusen in Gewebe integriert werden kann.
Smart Label bestehen aus winzig kleinen Mikrochips, die verschiedene Informationen speichern können, und einer integrierten Antenne, über die Informationen drahtlos ohne eigene Stromversorgung mit einem Sender ausgetauscht werden können.
Mögliche Einsatzgebiete für diese Technik sind dabei Putzereien und Verleihfirmen für Arbeitsbekleidung.
Denkbar ist auch die Speicherung von fälschungssicheren Merkmalen oder Codes auf dem Etikett, um der weltweiten Markenpiraterie Einhalt zu gebieten.
Perspektiven
Weitere Anwendungen wie die "intelligente" Waschmaschine rücken damit in greifbare Nähe. Auf dem Chip gespeicherte Pflegeinformationen für Textilien werden von der Waschmaschine erkannt und erlauben eine Kontrolle darüber, ob das gewählte Programm für alle in der Trommel befindlichen Stücke geeignet ist.
