Heimisches Online-Banking im Test
Ein Vergleich der Online-Banking-Angebote von elf heimischen Banken in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift "Konsument" kommt zu dem Schluss, dass die derzeitigen Online-Banking-Services noch keine Alternative zur klassischen Kontoverwaltung darstellen.
Sie sind weder wesentlich kostengünstiger noch ersparen sie dem Kunden bei einzelnen Leistungen den Weg zur Bank.
Testzeitraum: November 2001 bis Februar 2002
Während des Erhebungszeitraums [November 2001 bis Februar 2002]
gab es bei keinem der geprüften Institute ein wirklich umfassendes
und übersichtliches Online-Banking-Konzept.
"Konsument"-Test: Online-BankingBenutzerfreundlichkeit mangelhaft
Wie die Testergebnisse zeigen, sind Online-Konten in Bezug auf Verwaltungskomfort und Benutzerfreundlichkeit immer noch mangelhaft.
Alles in allem schneiden Erste Bank und Creditanstalt am besten ab, während bei Bawag und Easybank noch deutlich Aufholbedarf besteht.
Rückmeldungen zu getätigten Transaktionen fehlen
Die gröbsten Mängel entdeckten die "Konsument"-Tester bei der Rückmeldung von Aufträgen und bei Informationen zu bereits getätigten Transaktionen. Ebenfalls fehlten bei einigen Banken eine Auflistung der existierenden periodischen Aufträge [z.B. Daueraufträge], sowie der offenen Aufträge [z.B. Terminaufträge]. Bei den meisten Banken waren auch Spesenlisten und Konditionen nicht online abrufbar.
Keine besseren Konditionen
Finanziell rentiert sich Online-Banking für den Kunden kaum. Abgesehen davon, dass den Benutzern durch die Provider- beziehungsweise Telefongebühren zusätzliche Kosten anfallen, gibt es üblicherweise auch keine besseren Konditionen wie etwa höhere Guthabenzinsen.
Kostenvergünstigungen fallen lediglich bei Einzelverrechnungskonten durch die geringeren Transaktionsgebühren ins Gewicht. Im Rahmen eines bestehenden Pauschalkontos sind die Transaktionskosten jedoch ohnehin eine fixe Größe.
Mangelnde Kostentransparenz von Online-Krediten
Der Verein für Konsumenteninformation [VKI] rät vom Abschluss von
Kreditverträgen über das Internet ab. Viele Banken würden ihren
Online-Kunden die Nebenkosten bei der Kreditaufnahme verschweigen.
Ein Vergleich sei damit oft "nahezu unmöglich", kritisiert der VKI.
VKI warnt vor Online-KreditenRund um die Uhr?
Der Vorteil des Internet-Bankings ist primär die Allround-Verfügbarkeit. Der uneingeschränkte Zugriff ist allerdings relativ.
Bei der Erste Bank ist generell zwischen 24.00 und 5.00 Uhr Sendepause und kein Zugriff auf das Konto möglich. Auch bei anderen Banken sind die Zugriffszeiten teilweise eingeschränkt.
Obwohl ein Einloggen auch am Wochenende durchführbar ist, werden die eingegebenen Transaktionen prinzipiell erst zu den Banköffnungszeiten erledigt.
