Gute Zahlen für Online-Händler Amazon
Der US-Internet-Händler Amazon.com hat im ersten Quartal 2002 einen geringeren Nettoverlust als im Vorjahr verbucht und den Umsatz um 21 Prozent gesteigert.
Mit den Zahlen, die Amazon am Dienstag nach US-Börsenschluss bekannt gab, übertraf der Konzern die Markterwartungen und sorgte nachbörslich für einen Anstieg des Aktienkurses.
Im Schlussquartal des Vorjahres hatte Amazon auf Grund starker Erlöse aus dem Weihnachtsgeschäft zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte einen Gewinn erwirtschaftet und damit die Märkte überrascht. Im Vergleich zum Vorjahresquartal habe sich der Nettoverlust nun im ersten Quartal 2002 auf 23 Millionen USD [rund 26 Mio. Euro] oder sechs US-Cent je Aktie verringert, teilte Amazon mit.
Erwartungen übertroffen
Im Vorjahreszeitraum lag der Fehlbetrag noch bei 234 Millionen
Dollar oder 66 Cent je Aktie. Analysten gingen bisher für das erste
Quartal von einem Verlust zwischen sieben und zwölf Cent je Aktie
aus. Allerdings hatte Amazon im Vorjahr sogar einen Gewinn
eingefahren.
Die Zahlen des Quartals davorUmsatz steigt auf 847 Mio. USD
Der Umsatz stieg nach Amazon-Angaben in den ersten drei Monaten 2002 auf 847 [Vorjahr 700] Millionen USD. Analysten hatten nach einer Umfrage von Thomson Financial/First Call einen Umsatz von 805 Millionen USD erwartet.
Für das laufende zweite Quartal hat der US-Konzern nach eigenen Angaben seine Umsatzprognose erhöht und rechnet nunmehr mit einem Wachstum von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die voraussichtlichen Einnahmen bezifferte Amazon auf 765 bis 815 Millionen USD.
Dem Plan voraus
Für das Gesamtjahr erwartet Amazon ein Umsatzplus von über 15
Prozent bei einem operativen Ergebnis auf Pro-forma-Basis von mehr
als 100 Millionen Dollar. "Was die Finanzen betrifft, sind wir
unserem Plan voraus", teilte Finanzchef Warren Jenson in einer
Stellungnahme mit.
Amazon will mehr Deutschland-Geschäft"Unsere Niedrigpreis-Strategie funktioniert"
Dadurch sei Amazon in der Lage, die Preise für die Kunden zu senken und gleichzeitig die Ziele für 2002 zu erhöhen. "Unsere Niedrigpreis-Strategie funktioniert", sagte Jenson vor Journalisten.
Im ersten Quartal 2002 verbesserte Amazon nach eigenen Angaben seinen operativen Gewinn auf Pro-forma-Basis, der viele Kosten wie Goodwill-Abschreibungen nicht enthält und von Analysten zur Bewertung des Kerngeschäfts genutzt wird. Den operativen Pro-forma-Gewinn bezifferte Amazon auf 25 Millionen nach einem Verlust von 49 Millionen USD im Vorjahresquartal.
