Auch Mobilkom-Totalverkauf möglich
Der Hauptaktionär der Mobilkom-Mutter Telekom Austria, die staatliche Industrieholding ÖIAG, kann sich nach den Worten ihres Vorstandssprechers Peter Michaelis neben der Hereinnahme eines strategischen Partners auch einen Totalverkauf vorstellen.
Letztlich würden dadurch auch die bisher enttäuschten Telekom-Austria-Aktionäre profitieren.
Im Gespräch mit dem "Standard" sagte der ÖIAG-Vorstand: "Sollte durch einen Verkauf ein vernünftiger Wert generiert werden, wird sich das auch zum Vorteil der Volksaktionäre niederschlagen. Wenn der Preis stimmt, kann ich mir auch einen totalen Verkauf vorstellen."
MobilkomVerhandlungen laufen
Um die "Verwertung" der Mobilkom zu bewerkstelligen, wird derzeit hinter den Kulissen intensiv über den Rückkauf des 25-Prozent-Anteils der Telecom Italia an der Mobilkom verhandelt.
Die restlichen 75 Prozent hält die Telekom Austria. In Unternehmenskreisen heißt es, die Preisvorstellungen für das A1-Viertel der Italiener würden derzeit um rund 100 Millionen Euro auseinander liegen, wobei die TI mindestens 850 Millionen Euro lukrieren, die TA aber nicht mehr als 750 Millionen Euro zahlen wolle.
Mobilkom ist "börsenfit"TA-Privatisierung könnte sich verzögern
Michaelis schließt zudem nicht aus, dass die Staatsholding ihr 47,8-Prozent-Paket an der TA erst in der nächsten Legislaturperiode - also nach dem Oktober 2003 - verkauft. Beim Verkauf strebt die ÖIAG weiterhin einen Wert über dem seinerzeitigen Emissionskurs von neun Euro an.
"Wenn sich keine Möglichkeit ergeben sollte, werde ich nicht davor zurückscheuen, beim Eigentümer zu beantragen, die Privatisierung der Telekom Austria in die nächste Legislaturperiode zu verlegen", sagte Michaelis am Montag.
Für rasche Änderungen plädiert der ÖIAG-Chef hingegen beim Syndikatsvertrag mit der Telecom Italia [TI]. Die TI hält derzeit noch 29,8 Prozent an der TA und besitzt über einen bis Ende 2003 geltenden Syndikatsvertrag weitgehende Mitspracherechte.
