SMS-Steuer ruft Philippinen auf den Plan
Bei dem friedlichen Sturz des philippinischen Präsidenten Joseph Estrada im Januar 2001 spielten die Handy-Kurzbotschaften [SMS] eine überaus wichtige Rolle, mit denen sich die Demonstranten gegenseitig über die Lage informierten.
Nun droht Estradas Nachfolgerin Gloria Arroyo nach Meinung zahlreicher Kommentatoren ein Volksaufstand - wegen ihrer Pläne, die SMS zu besteuern. Auf die Idee kam Arroyos Regierung in der vergangenen Woche: Mit Hilfe einer Steuer auf die überaus beliebten, da billigen, Kurzbotschaften will sie zumindest einen Teil des Haushaltsdefizits in Höhe von umgerechnet rund 2,8 Milliarden Euro abbauen.
Besteuerung logistisch einfach
Eintreiben ließe sich die Steuer nach Ansicht von Arroyos Finanzexperten leicht: Schon jetzt listen die Telefongesellschaften die Gebühren für SMS gesondert auf, sie müssten dann nur noch die Steuerprozente draufschlagen.
Täglich 150 Millionen SMS
Weniger einfach wird es jedoch sein, die Idee ohne massiven Protest durchzusetzen. Auf den Philippinen gibt es rund 12 Millionen Handy-Besitzer, die täglich mindestens 150 Millionen "Textos" absetzen - vor allem, weil sie zur Zeit dafür fast nichts zahlen müssen.
Stellvertretend für sie rüsten sich die Telekommunikations-Interessenverbände schon jetzt vorsorglich zum Sturm. Die "Texto"- Besteuerung, so findet der größte Verband "TxtPower", käme moderner Wegelagerei gleich und werde nicht kampflos hingenommen.
