Vom PC zum "elektronischen Butler"
Einen Computer ohne Maus und Tastatur entwickelt derzeit der Informatiker Wolfgang Wahlster, der mit dem Deutschen Zukunftspreis 2001 ausgezeichnet wurde, am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz [DFKI].
Erste Erprobungen der so genannten "SmartKom-Software", die den Rechner zum "elektronischen Butler" machen soll, sind angeblich bereits erfolgreich verlaufen.
Sein neues SmartKom-PC-System verzichtet bereits völlig auf Maus und Tastatur und verfügt nur über Mikrofon, Lautsprecher und Videokamera.
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche IntelligenzPopulär wie der Fernseher
Alleine auf mündliche Kommandos und Gesten per Hand kann das neue PC-System bereits das gewünschte Fernsehprogramm aussuchen, auf einem anderen Kanal einen Film auf Video aufzeichnen, dazu vielleicht bald die Kaffeemaschine einschalten und die Heizung regulieren sowie eine Kino- oder Theaterkarte fürs nächste Wochenende reservieren.
Der Computer fragt dabei im Dialog mit dem Benutzer selbst nach, wenn er irgendetwas nicht versteht, was er ausführen soll.
"Wir wollen den Computer künftig genauso populär wie den Fernseher machen", sagt Wahlster. "Dann können wir auch die 60 Prozent Bürger erreichen, die bisher noch keinen Computer mit Internet nutzen."
Bereits seit 1999 forscht und experimentiert Wahlster mit rund 50 Informatikern am DFKI an der Mensch-Technik-Interaktion über spezielle Softwareprogramme mit dynamischer Sprachmodellierung. Beteiligt sind Partnerfirmen wie etwa DaimlerChrysler, Siemens, Philips und Sony. Unterstützt wird der Projektetat von 25 Millionen Euro zu knapp zwei Dritteln vom deutschen Bundesforschungsministerium.
Präsentation auf der CeBIT
Manches bei dem SmartKom-System ist bereits so ausgereift, dass die Saarbrücker Informatiker zur nächsten Computermesse CeBIT 2003 in Hannover einen Prototypen für die Sprachsteuerung bei Unterhaltungselektronik vorstellen wollen - angefangen vom Autoradio bis zum Heimfernseher und vom CD- oder DVD-Player bis zum Videorecorder.
"Ein Preis dafür steht noch nicht fest", sagt Wahlster. Branchenexperten schätzen allerdings, dass erste Versionen dieser Software nicht unter 5.000 Euro zu haben sein werden.
Das SmartKom-System baut auf den Ergebnissen des live Fremdsprachen übersetzenden Telefons auf, für das Wahlster im vergangenen Jahr den mit rund 250.000 Euro dotierten Deutschen Zukunftspreis bekam. Vom Programm "elernte" Videobilder menschlichen Verhaltens wie Kopfschütteln oder herabhängende Mundwinkel sollen den Computer außerdem mittels Kamera erkennen lassen, ob der Nutzer mit den elektronischen Butlerdiensten zufrieden ist oder nicht.
