Xerox hat Investoren jahrelang betrogen
Die US-Börsenaufsicht SEC erhebt schwere Vorwürfe gegen Kopiererhersteller Xerox, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel":
Mit Hilfe von Wirtschaftsprüfer KPMG habe das Management die Investoren systematisch in die Irre geführt und Geld in die eigenen Taschen gewirtschaftet.
Die SEC übt in der Klageschrift, die bei einem New Yorker Gericht eingereicht wurde, ungewöhnlich scharfe Kritik an der Xerox-Führung.
Das Management habe "Investoren in die Irre geführt und betrogen", heißt es in dem 39-seitigen Papier.
Nach Erkenntnissen der Ermittler sei dazu über vier Jahre hinweg ein weitreichendes System von Bilanzierungstricks genutzt worden, das der Bereicherung der Topmanager diente.
Zehn Millionen USD Strafe
Xerox hatte sich Anfang April dazu bereit erklärt, die
geforderten zehn Millionen USD Strafe zu zahlen und seine
Geschäftsergebnisse für die Jahre 1997 bis 2000 neu zu ermitteln. Es
handelt sich nach SEC-Angaben um die bisher höchste Strafe für
solche Verstöße. Der Xerox-Verwaltungsrat muss außerdem ein
Untersuchungsgremium zur Überprüfung der Buchführungsmethoden des
Unternehmens einrichten.
Millionenstrafe für geschönte BilanzenBilanzkorrektur
Knackpunkte der beanstandeten Bilanzierung sind die Buchungen von Leasing-Aufträgen: Umsätze von Geräten, die von Kunden geleast werden, tauchen in den Berichten als feste monatliche Gebühr für Equipment, Finanzierung, Service und Wartung auf.
Nach den "Generally Accepted Accounting Practices" [GAAP] kann ein Teil dieser Einnahmen als Vorschuss verbucht werden, der Rest muss über den gesamten Zeitraum verteilt werden. Xerox hat offenbar die monatlich festen Einnahmen übertrieben hoch angesetzt, um damit seine Umsätze zu schönen.
"Xerox hat seine Buchführung verwendet, um seine operativen Ergebnisse zu polieren und zu verzerren, statt sie genau zu beschreiben", erklärte Stephen Cutler, der SEC-Aufsichtsdirektor.
