12.04.2002

MODELLE

Bildquelle: orf on

Welche Inhalte kostenpflichtig werden

Das Anbieten von kostenpflichtigen Inhalten im Internet kommt vor allem für Special-Interest-Medien sowie zusätzliche Leistungen wie Datenbanken und Archivfunktionen in Frage.

Den Basisdienst wollen im Web etablierte Medien fürs Erste auch weiterhin gratis anbieten.

Basisdienste bleiben gratis

Die kostenpflichtige Printversion im Internet, mit der sich "Der Standard" vor kurzem als erste österreichische Tageszeitung in die Gefilde des kostenpflichtigen Inhaltes vorwagte, sieht Gerlinde Hinterleitner von "derStandard.at" vor allem als "Probegalopp, um eine neue Vertriebsschiene für den Print-Standard zu etablieren".

Dieses Projekt sei unabhängig von "derStandard.at" zu sehen, der weiterhin gratis bleibe. "Unser Ziel ist es, von der Werbung zu leben", so Hinterleitner.

Weitere Einnahmequellen seien Rubrikmärkte und der Content-Verkauf. Bezahlter Inhalt komme für die Site als General-Interest-Medium nicht in Frage. Nur Zusatzleistungen wie das Archiv könne man vergebühren.

Auf jeden Fall kostenpflichtig

"Definitiv" für kostenpflichtige Inhalte plädierte Michael Fried, Geschäftsführer von Jet2Web Internet, wenn es sich um ein "personalisiertes und individuelles" Angebot handelt.

Man dürfe hier keinesfalls nach dem "Gießkannenprinzip" vorgehen, sondern müsse Inhalte mit "neuer Funktionalität" anbieten. Sein "Portal" generiere vor allem Traffic mit dem Content von Partnern.

Ein horizontales Destinations-Portal sei etwas anderes als ein Special-Interest-Portal.

Spezialwissen könnte kosten

Zumindest in den nächsten sechs Monaten kein Geld verlangen will die auf Finanznachrichten spezialisierte Site "Bluebull.com".

Perspektiven für bezahlte Inhalte sieht Bettina Schragl, CEO von Bluebull, in Special-Know-how, die Basisinformationen würden weiterhin gratis bleiben.

Einen "konservativen, vorsichtigen Standpunkt, was Paid Content angeht", bezog auch Doris Raßhofer, Projektleiterin des Branchendienstes "Horizont.at". Für kostenpflichtige Angebote kämen vor allem Datenbank-basierte Dienste wie Termine, Link-Sammlungen und Archive in Frage.