Dammbruch beim Datenschutz
Seit den Terroranschlägen vom 11. September ist das Sicherheitsbedürfnis der Gesellschaft in den Mittelpunkt gerückt.
In ganz Europa fordern Politiker mehr Kontrolle und Überwachung.
Die "Brennpunkt"-Dokumentation unter dem Titel "Achtung privat!" [21.20 Uhr, ORF2] will der Frage nachgehen, wie viel uns die Anonymität und die Achtung der Privatsphäre heute noch wert sind.
Deutschland: Der "Otto-Katalog"
Experten sehen in dem so gannten "Otto-Katalog" des
SPD-Innenministers Otto Schily einen Dammbruch in der
Datenschutzgesetzgebung. In deutschen Personalausweisen sollen
Fingerabdrücke, Handflächenform, Gesichtsprofil oder Irismuster
erfasst werden, bei Asylbewerbern sind sogar Sprachaufzeichnungen
geplant.
Weltweite Überwachungswelle rolltÖsterreich: ÜVO
Die geplante Überwachungsverordnung [ÜVO] in Österreich will unterdessen Telekommunikationsanbieter zur Implementierung einer Überwachungsschnittstelle verpflichten, die bei Gerichtsbeschluss oder "Gefahr in Verzug" den Zugriff auf die digitalen Netze garantieren soll.
Kripo-Chef Herwig Haidinger spricht sich auch für eine Ausdehnung der ÜVO auf den E-Mail-Verkehr aus.
Die Mobilfunkbranche stöhnt allerdings bereits unter den Lasten, die ihr dabei aufgebürdet werden. max.mobil-Chef Georg Pölzl ortet gar eine Privatisierung der "Überwachungsaufgaben des Staates".
"Brennpunkt": "Achtung privat!"
