Was Spiele wirklich gruselig macht
Der Parapsychologe Richard Wiseman und der Videospiel-Forscher Jonathan Sykes planen im Rahmen des Science-Festivals in Edinburgh in Schottland ein Experiment zur Erforschung von außergewöhnlichen Phänomenen.
Eine simulierte Geisterjagd soll herausfinden, ob bestimmte Umgebungen und Situationen subjektiv unheimliche Erfahrungen der dritten Art heraufbeschwören können.
5. bis bis 16. April 2002
Der Legende nach soll es in der Burg Edinburgh und den Gewölben
von South Vaults bereits seit dem 18. Jahrhundert spuken. Auf dem
Festival wurden schon in den Vorjahren Versuche durchgeführt, um
eventuelle Geister aufzuspüren. Das Science- und
Technologie-Festival in Edinburgh wird seit 1988 regelmäßig
durchgeführt. Dieses Jahr läuft es noch bis zum 16. April.
Science-Festical EdinburghVirtuelle Geisterjagd
Sykes von der Universität Glasgow hat eine virtuelle Tour durch die alten Gewölbe der Burg Edinburgh South Vaults entworfen.
Ausgestattet mit Virtual-Reality-Headset werden die freiwilligen Probanden dann durch die echten unterirdischen Räume der Burg geschickt.
Über das Headset werden von den Forschern noch weitere Gruselelemete hinzugefügt, um die Besucher so richtig in Angst und Schrecken zu versetzen.
Wissenschaftler manipulieren die Umgebung
Die Forscher sind während der gesamten Tour in der Lage, das Erscheinungsbild der Räume zu verändern, indem sie die Helligkeit dimmen oder verstärken, Treppen oder Türen erscheinen und verschwinden lassen und Gegenstände wie zum Beispiel Kinderspielzeug in manchen Ecken platzieren, um künstlich Angst einflößende Situationen zu schaffen.
Videospiele beängstigender gestalten
Während des ganzen Rundgangs werden die Teilnehmer dazu ermutigt, über ihre momentanen Gefühle und Ängste zu sprechen.
Die Wissenschaftler hoffen, aus der Analyse dieser Angaben die Verbindungen zwischen bestimmten Situationen und den Schreck auslösenden Zuständen herauszuarbeiten.
Die Erkenntnisse sollen vor allem dazu verwendet werden, künftige Videospiel-Schocker noch Schrecken erregender zu gestalten.
300 Testpersonen sollen teilnehmen
"Das Gute an der virtuellen Geisterstudie ist, dass wir die
komplette Umgebung der Testpersonen steuern können", sagt Wiseman
von der Universität Hertfordshire. "Wir wollen 300 Testpersonen dazu
animieren, dieses Experiment während des Science-Festivals mit uns
durchzuführen."
Richard Wiseman
