Krankenhauspersonal mit Batteriebetrieb
181 Kilogramm schwer und batteriebetrieben, ist Tobor eine Ausnahme unter der gänzlich menschlichen Belegschaft des Veterans-Affairs-Krankenhauses in Washington D.C.
Doch Tobor, so die "Washington Post", ist nicht allein: Er gehört zu den hundert HelpMate-Robotern, die über ganz Nordamerika verteilt in medizinischen Einrichtungen für einfache Botenaufträge eingesetzt werden.
Einfache Aufgaben für den Kleiderkasten
Grund für den Einsatz des Nicht-Humanoiden, der wie ein
Kleiderkasten auf Rädern wirkt, sind die hohen Kosten für Personal
und der Mangel an geschulten Kräften. "Ziel ist es, einfache
Aufgaben dem Roboter zu überlassen und den Pflegern und
Krankenschwestern damit Zeit zu schenken", so Brian Babbitt vom
HelpMate-Herstellern Pyxis Corp.
HelpMateFünf Dollar die Stunde, kein Urlaub
Und das natürlich so kostengünstig wie möglich: Für einen Mietbetrag von fünf USD pro Stunde und ohne Verlangen nach Urlaub oder Krankenversicherung rollt Tobor durch das Krankenhaus und liefert Medikamente aus.
Ob Tabletten, Flaschen oder Beutel mit intravenösen Flüssigkeiten - einmal in den an der Vorderseite liegenden Schacht geladen, kann der Züständige den Roboter zu 30 unterschiedlichen Zielpunkten im Krankenhaus schicken.
Elektromotorbetrieben, beginnt Tobor sodann mit Hilfe von Sonar- und Infrarotsensoren seiner eingespeicherten Route zu folgen. Aufzüge werden über Radiosignal gerufen, befinden sich Menschen in der Nähe, wird er langsamer und weicht aus.
Ein Mal aufladen, halben Tag arbeiten
Hat er sein Ziel erreicht und wurde sein Schacht geöffnet, kehrt
er zum Ausgangspunkt zurück und verkündet dem Auftraggeber mit "I
have completed my mission" und "Please examine my contents" das Ende
seiner Mission. Und kann für die nächsten zwölf Stunden Betrieb
aufgeladen werden.
Die NASA kürt die "coolsten Roboter"Scherze mit einem Elektro-Patrioten
Tobor, dessen Name von der Belegschaft ausgewählt wurde, ist für die Menschen im Krankenhaus mehr als ein rollende Kiste Blech mit Schaltkreisen.
Seit dem 11. September stolzer Träger einer amerikanischen Papierflagge, werden seine Sonar- und Infrarotsensoren regelmäßig vom Rollstuhl fahrenden Veteranen Willie James ausgetrickst. "Ich spiele gern mit ihm", so James, der das Krankenhaus acht Mal im Monat besucht.
"Wenn du dich vor ihn stellst, bleibt er stehen und will um dich herumfahren. Wenn er es dann nicht schafft, sagt er: 'Mein Weg ist blockiert'", scherzt James.
Persönlichkeit: "Er redet mit dir, er geht herum"
"Oh, der Roboter. Ich habe mich so an ihn gewöhnt", schwelgt
James Tulsky, Arzt am Veterans-Affairs-Krankenhaus, in Erinnerungen.
"Wir behandeln ihn alle wie einen Mitarbeiter, wie jemanden mit
Persönlichkeit", erklärt Tulsky, "Er redet mit dir, er geht herum."
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