08.04.2002

TOBOR

Bildquelle: fuZo

Krankenhauspersonal mit Batteriebetrieb

181 Kilogramm schwer und batteriebetrieben, ist Tobor eine Ausnahme unter der gänzlich menschlichen Belegschaft des Veterans-Affairs-Krankenhauses in Washington D.C.

Doch Tobor, so die "Washington Post", ist nicht allein: Er gehört zu den hundert HelpMate-Robotern, die über ganz Nordamerika verteilt in medizinischen Einrichtungen für einfache Botenaufträge eingesetzt werden.

Fünf Dollar die Stunde, kein Urlaub

Und das natürlich so kostengünstig wie möglich: Für einen Mietbetrag von fünf USD pro Stunde und ohne Verlangen nach Urlaub oder Krankenversicherung rollt Tobor durch das Krankenhaus und liefert Medikamente aus.

Ob Tabletten, Flaschen oder Beutel mit intravenösen Flüssigkeiten - einmal in den an der Vorderseite liegenden Schacht geladen, kann der Züständige den Roboter zu 30 unterschiedlichen Zielpunkten im Krankenhaus schicken.

Elektromotorbetrieben, beginnt Tobor sodann mit Hilfe von Sonar- und Infrarotsensoren seiner eingespeicherten Route zu folgen. Aufzüge werden über Radiosignal gerufen, befinden sich Menschen in der Nähe, wird er langsamer und weicht aus.

Scherze mit einem Elektro-Patrioten

Tobor, dessen Name von der Belegschaft ausgewählt wurde, ist für die Menschen im Krankenhaus mehr als ein rollende Kiste Blech mit Schaltkreisen.

Seit dem 11. September stolzer Träger einer amerikanischen Papierflagge, werden seine Sonar- und Infrarotsensoren regelmäßig vom Rollstuhl fahrenden Veteranen Willie James ausgetrickst. "Ich spiele gern mit ihm", so James, der das Krankenhaus acht Mal im Monat besucht.

"Wenn du dich vor ihn stellst, bleibt er stehen und will um dich herumfahren. Wenn er es dann nicht schafft, sagt er: 'Mein Weg ist blockiert'", scherzt James.