08.04.2002

ENTWICKLUNG

Bildquelle: fuZo

Kubas Computer-Dilemma

Nach Schätzungen des amerikanischen CIA-Factbook besitzt von den insgesamt elf Millionen Kubanern nur knapp ein Prozent einen privaten Rechner. Um die 60.000 Kubaner haben Internet-Accounts.

Die meisten Computerbesitzer leben in der Hauptstadt Havanna, am Land sieht die Situation noch schlechter aus.

Für PC-Kauf ist Zustimmung erforderlich

Die meisten Computerbenutzer sind von ihrem Arbeitsplatz aus vernetzt und nutzen von dort E-Mail und Internet.

Der Kauf eines privaten Gerätes ist nämlich nicht einfach, da eine Zustimmung des "Ministeriums für Innenwirtschaft" erforderlich ist.

Seit der Revolution von 1959 hat die Kommunistische Partei die Hand über alles und kontrolliert jeden Lebensbereich. Der durchschnittliche Monatslohn eines Kubaners beträgt derzeit zwölf USD.

Förderung von IT-Ausbildungen

Ironischerweise sorgt Kubas Regierung aber für ein relativ hohes Bildungsniveau der Bevölkerung. Auf der Insel gibt es eine der geringsten Analphabetenraten weltweit.

Die Regierung will die Ausbildung der Jugendlichen im Bereich Computer und Software fördern, um später eine eigene Software-Industrie auf die Beine zu stellen.

Langfristig ist geplant, dass Kuba gemeinsam mit Argentinien, Chile und Mexiko ein auf Spanisch basierendes Betriebssystem entwickelt, das Windows ersetzen soll.

Die Regierung muss inzwischen noch mit Software vom US-Hersteller Microsoft arbeiten, auch alle verwendeten Computer wurden in den USA fabriziert.

Die Software wird aus Kanada und aus europäischen Ländern importiert, da das Handelsembargo der USA noch immer aufrecht ist.