Kubas Computer-Dilemma
Nach Schätzungen des amerikanischen CIA-Factbook besitzt von den insgesamt elf Millionen Kubanern nur knapp ein Prozent einen privaten Rechner. Um die 60.000 Kubaner haben Internet-Accounts.
Die meisten Computerbesitzer leben in der Hauptstadt Havanna, am Land sieht die Situation noch schlechter aus.
Ausländische Investoren arbeiten an einer Modernisierung des veralteten Telefonnetzes auf der Karibikinsel. Nach Statistiken aus dem Jahr 2000 kommen auf 100 Kubaner auch nur 4,4 Telefone.
CIA Factbook: KubaFür PC-Kauf ist Zustimmung erforderlich
Die meisten Computerbenutzer sind von ihrem Arbeitsplatz aus vernetzt und nutzen von dort E-Mail und Internet.
Der Kauf eines privaten Gerätes ist nämlich nicht einfach, da eine Zustimmung des "Ministeriums für Innenwirtschaft" erforderlich ist.
Seit der Revolution von 1959 hat die Kommunistische Partei die Hand über alles und kontrolliert jeden Lebensbereich. Der durchschnittliche Monatslohn eines Kubaners beträgt derzeit zwölf USD.
Internet-Anschluss unbedeutend
"Wir sind ein Entwicklungsland, das tagtäglich darum kämpft,
genug Mahlzeiten und Kleidung zu produzieren. Daher ist für die
Mehrheit der Bevölkerung ein Internet-Anschluss unbedeutend", so
Abelardo Mena vom Nationalmuseum in Havanna.
CubawebFörderung von IT-Ausbildungen
Ironischerweise sorgt Kubas Regierung aber für ein relativ hohes Bildungsniveau der Bevölkerung. Auf der Insel gibt es eine der geringsten Analphabetenraten weltweit.
Die Regierung will die Ausbildung der Jugendlichen im Bereich Computer und Software fördern, um später eine eigene Software-Industrie auf die Beine zu stellen.
Langfristig ist geplant, dass Kuba gemeinsam mit Argentinien, Chile und Mexiko ein auf Spanisch basierendes Betriebssystem entwickelt, das Windows ersetzen soll.
Die Regierung muss inzwischen noch mit Software vom US-Hersteller Microsoft arbeiten, auch alle verwendeten Computer wurden in den USA fabriziert.
Die Software wird aus Kanada und aus europäischen Ländern importiert, da das Handelsembargo der USA noch immer aufrecht ist.
Kuba nutzt E-Commerce gegen US-Embargo
Kuba hat entdeckt, dass man mit dem Verkauf von Produkten und
Dienstleistungen über das Netz Geld verdienen und das US-Embargo
umgehen kann. Die Zahlungen für Hotelzimmer und Geschenke wie
Zigarren werden auf Banken in Ländern umgeleitet, die von dem
US-Embargo nicht betroffen sind.
Amerikaner bestellen Hotelzimmer und Zigarren
