"World Wide Lexicon" entsteht im Netz
Der US-Programmierer Brian McConnell hat ein Projekt namens "World Wide Lexicon" vorgestellt, bei dem Freiwillige ein umfassendes Universal-Lexikon erstellen sollen, das auf das online verwendte Vokabular ausgerichetet ist und auch Sprachen einbinden soll, die wenig verbreitet sind.
Inspiriert vom "SETI@home"-Projekt, bei dem Internet-Nutzer Rechnerkapazitäten zur Verfügung stellen, um so die Suche nach außerirdischem Leben voranzutreiben, will McConnel das SETI-Prinzip "Distributed Computing" dergestalt abwandeln, dass die Beteiligten nicht mehr Prozessor- sondern Hirn-Leistungen beisteuern:
"In diesem Fall sind die Köpfe der Leute die Computer," erklärt McConnell seine Idee.
Interessierte sollen häppchenweise Texte oder einzelne Worte übersetzen und so zum Universal-Lexikon beitragen.
Bei "SETI@home" können sich PC-Besitzer an der Suche nach außerirdischem Leben beteiligen. Ingenieure der Universität Berkeley haben dazu eine Softwareentwickelt, die es ermöglicht, dass private Rechner für die Analyse von Radiowellen aus dem All genutzt werden.
SETI@home länger als 2001 aktivSeltene Sprachen einbinden
McConnell hofft, dass insbesondere mehrsprachige Menschen, die weniger verbreitete Sprachen beherschen, sich am "World Wide Lecicon" beteiligen, da für die großen Sprachen ohnehin schon eine Reihe von Online-Lexika existieren.
Kritiker monieren allerdings schon im Vorfeld des Projekts, dass die Qualitätskontrolle einen Schwachpunkt darstelle. McConnell will diesem Problem mit einem Vertrauenspunkte-System begegenen, wie dies auch in Spezialisten-Datenbanken oder bei eBay üblich ist.
Außerdem wird McConnells Prinzip der Wort-für-Wort-Übersetzung kritisiert: "Die Schwierigkeit einer guten Übersetzung liegt an der Übersetzung der Wortbedeutung im allgemeinen Kontext. Eine wortgenaue Übersetzung ist dabei nicht immer die richtige Lösung", erklärte Paul Rayson, Wissenschaftler an der Lancaster Universität.
McConnell will sein Projekt im Mai erstmals im Rahmen der O'Reilly Emerging Technology Conference ausführlich vorstellen.
O'Reilly Emerging Technology ConferencePC fordert zum übersetzen auf
Das "World Wide Lexicon" besteht zunächst aus drei Software-Elementen. Das erste durchsucht Sites in möglichst vielen Sprachen, um eine Liste der relevanten Wörter zu erstellen.
Das zweite Element sollen sich die freiwilligen Übersetzer herunterladen. Wenn der Nutzer online ist, fordert die Software Übersetzungsaufgaben an. Dann fordert sie den Nutzer von Zeit zu Zeit auf, diese zu erledigen. Ist dies geschehen, werden die Ergebnisse auf verschiedene Lexicon-Server übertragen.
Das dritte Element ist die Nutzer-Software, mit der nach Übersetzungen gesucht werden kann. Gleichzeitig werden durch die Anfragen die Listen mit den zu übersetzenden Wörtern und Sprachen der Nachfrage angepasst.
McConnell hat die Client-Programme auf der Grundlage des Simple Object Access Protocol [SOAP] geschrieben, was die Einbindung in andere Anwendungen erleichtern soll.
SOAP
