Bildquelle: Envision

Zukunftsszenarien der Weltmetropolen

24.06.2006

Der Klassiker unter den Aufbausimulationen, "Sim City", diente als Vorlage für ein neues Programm, das zeigt, wie die verschiedenen Weltstädte in Zukunft aussehen. Durch Eingabe von Kriterien können Stadtplaner Prognosen für die nächsten 40 Jahre erstellen.

Die Simulationssoftware "MetroQuest" der kanadischen Firma Envision soll Stadtplanern mit modernsten Simulationsmethoden bei ihrer komplexen Tätigkeit zur Hand gehen.

Die Entwickler des Programms orientierten sich dabei an gängigen Computerspielen wie der "Sim City"-Reihe.

Eigene Zukunft durchspielen

"Wir dachten, wenn wir nur einen Bruchteil der Faszination rüberbringen können, die 'Sim City' ausstrahlt, und das Ganze mit echten Informationen und Daten echter Städte kombinieren, könnten wir den Städten und Gemeinden ein Mittel in die Hand geben, ihre eigene Zukunft mit allen städteplanerischen Konsequenzen durchzuspielen", so Envision-Mitbegründer Dave Biggs.

Die Kriterien

Wie bei "Sim City" kann der Nutzer bei "MetroQuest" verschiedene Aspekte der Stadt, wie etwa die Bevölkerungsdichte, Lage der Wohn- und Büroviertel und Verkehrsnetz, bestimmen und einzeln verändern.

Die Auswirkungen der Entscheidungen werden über einen Zeitraum von 40 Jahren berechnet und in der Satellitenansicht und als Grafiken dargestellt.

Virtuelle Planung in Manchester

Als eine der ersten Städte wendet Manchester im Norden Englands die Software an. Die Planer wollten vor allem dem zunehmenden "Donut"-Effekt - die Bewohner ziehen von der Stadmitte in die Vororte - entgegentreten.

Mit Hilfe des Programms sucht man nun nach Wegen, die innerstädtischen Gebiete zu stärken und so einen Teil der Abwanderung abzufangen.

"SimCity"

"SimCity" erschien erstmals 1989 und ist seither eine erfolgreiche Computerspielreihe der Firma Maxis [Tochterfirma von Electronic Arts]. Das Spiel bietet eine nahezu unendliche Möglichkeit der Stadt- und Regionalgestaltung.

Urlaubsinsel Bali setzt auf "MetroQuest"

Auch auf Bali in Indonesien kommt "MetroQuest" bereits zum Einsatz. Dort zeigte sich, dass das schnelle Wachstum der beliebten Touristeninsel dazu führt, dass schon jetzt die Kapazitäten in den meisten Bereichen [von der Wasserversorgung bis zum Verkehr] ausgereizt sind.

Knackpunkt: Die Finanzen

So lebensnah die Szenarios nachgespielt werden können, bleibt doch immer noch ein Faktor, der das Stadtplaner-Tool an seine Grenzen führt: das Geld.

Denn anders als in der Spielewelt, in der die Planer aus dem Vollen schöpfen können, sind die Budgets der echten Planer begrenzt. Der beste Software-Weg ist daher nicht unbedingt auch ein realistischer.

(BBC)