Digitaler "Kolibri" orientiert sich selbst
Fraunhofer-Wissenschaftler präsentieren ein selbstkalibrierendes optisches 3-D-Messsystem, das ohne Orientierungsmarken auskommt.
Mit dem sogenannten "Kolibri"-System können selbst komplexe Gegenstände mit einer Messung automatisch in den Computer eingelesen und räumlich abgebildet werden.
Um weniger als eine Haaresbreite - also etwa 0,03 Millimeter - können Ingenieure Objekte der Fertigung einlesen, im Computer vermessen, verändern und durch Rapid-Prototyping-Verfahren erneut materialisieren.
In einem einzigen Vorgang online erfasst
"Alle Koordinaten und Systemparameter selbst komplex geformter
Objekte werden gleichzeitig und erstmals in einem einzigen Vorgang
online erfasst", erläutert Dr. Gunther Notni, Leiter der Abteilung
Optische Systeme des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und
Feinmechanik [IOF] in Jena.
Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und FeinmechanikComputer rekonstruiert räumliches Abbild
Das zu vermessende Objekt wird von umlaufenden Projektoren aus mindestens zwei Richtungen mit horizontalen und vertikalen Streifenmustern beleuchtet. Bis zu zwölf digitale Kameras nehmen die Streifenbilder aus verschiedenen Positionen auf.
Dank der Bilddaten und des verwendeten fotogrammetrischen Modells ist der Computer in der Lage, die Teilansichten abzugleichen und das räumliche Abbild zu rekonstruieren.
Dabei ist das Verfahren in einzigartiger Weise robust gegenüber Störfaktoren wie Temperaturschwankungen oder Vibrationen des Systems.
