FBI will Spionen digitale Fallen stellen
Im Zuge einer Überprüfung der internen Sicherheit des FBI, erklärte der ehemalige Leiter des FBI und CIA William H. Webster, dass bessere Sicherheitsvorkehrungen gegen mögliche Spione aus den eigenen Reihen nur durch ein neues technisch ausgereiftes Eindringlings-Erkennungssystem erreicht werden könnten.
Diese Überwachungssoftware solle sich automatisch aktivieren, wenn Mitarbeiter versuchen Einsicht in Geheimdokumente zu nehmen.
Die digitalen Fallen sollen vor allem auch eine abschreckende Wirkung haben, die Spione sollen wissen, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, entdeckt zu werden.
Mitarbeiter spionierte 15 Jahre lang
Das FBI reagiert damit auf den peinlichen Fall des
FBI-Mitarbeiters Robert Hanssen, der über 15 Jahre lang wertvolle
Informationen über US-Geheimdienst-Operationen an Moskau verkauft
hat.
Der Fall HanssonSpionage früh entdecken
Die siebenköpfige Kommission hat sich die letzten 13 Monate damit beschäftigt, die Sicherheitsvorkehrungen des FBI genau unter die Lupe zu nehmen.
Vor allem der Tatsache, wie es Hanssen möglich war über so lange Zeit an die vertraulichen Informationen heranzukommen, wurde nachgegangen.
Das Hauptziel der Untersuchung war es, Methoden zu entwickeln, um künftige Spionageversuchen möglichst früh zu entdecken und somit zu verhindern.
"Früher war es einfach"
"In der Vergangenheit, als hochsensible Dokumente typischerweise
noch auf Papier in Ablageschränken aus Metall verstaut wurden, war
es für die zuständigen Archivare einfach, einen Eindringling zu
erkennen und an seiner Aktivität zu hindern", sagt Webster.
William H. WebsterAlle Unterlagen im Computer
Doch im zunehmenden digitalen Zeitalter, wo sich sämtliche Dokumente, Pläne und Fotos im Computern befinden und viel einfacher kopiert oder gestohlen werden können, muss sich das FBI auf die neueste Generation von digitalen Überwachungssystemen, die jeden Kontakt der Mitarbeiter mit sensiblen Dokumenten aufzeichnen, verlassen.
"Das ist zwar nur ein kleiner Teil, von dem wir hier reden, aber es ist ein sehr wichtiger", sagt Webster.
Umstellung wird noch Jahre dauern
Das FBI arbeitet bereits mit solchen Systemen, die
Verantwortlichen räumen jedoch ein, dass es noch Jahre dauern wird,
bis alle Abteilungen damit ausgestattet sind.
FBISystem soll Spur verfolgen
FBI-Mitarbeiter Robert Chiaradio erklärt, dass das neue Überwachungssystem den Ermittlern in erster Linie verraten soll, wer hier seine Spuren zurückgelassen hat.
Es erlaubt nur wenigen authorisierten Mitarbeitern den Zugriff auf sensible Daten und zeichnet genau auf, wer Einblick in die Akten nimmt oder diese zum Beispiel ausdruckt.
Die gegenwärtige Technologie des FBI ist nicht in der Lage auszuwerten, wer zu welchem Zeitpunkt welche Unterlagen bearbeitet hat. Die meisten Computer und Systeme sind längst veraltet.
"Wissen nichts"
"Wir wissen garnicht, was wir alles nicht wissen," umschreibt der stellvertretende Leiter der Verwaltung Chiaradio die momentane Situation.
Sicherheitsysteme sind entscheidend
FBI-Chef Robert Mueller erklärte: "Es ist entscheidend über die richtigen Sicherheitssysteme zu verfügen. Wir sind gerade dabei, die Voraussetzungen zu schaffen. Es ist nicht leicht, aber wir werden es schaffen."
