"Epidemie der Inaktivität"
Millionen von Menschen sterben jedes Jahr nach UNO-Angaben an den Folgen von Bewegungsmangel und Fettleibigkeit.
Nach einem heute veröffentlichten Bericht der Weltgesundheitsorganisation [WHO] steht mangelnde körperliche Betätigung in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Tod von jährlich rund zwei Millionen Menschen. Damit zähle Bewegungsmangel zu den zehn häufigsten Todesursachen.
Die WHO beobachtet insbesondere eine weltweite Abnahme körperlicher Betätigung bei jungen Menschen.
Mit zunehmender Verstädterung nehme die Zahl der Büroarbeitsplätze zu, Kinder spielten immer mehr mit dem Computer statt auf Spielplätzen, erklärt die WHO den zunehmenden Bewegungsmangel.
Die Menschen bewegten sich zudem immer mehr in Fahrzeugen fort, statt billig und effektiv zu Fuß zu gehen. Insbesondere in asiatischen Ländern sei eine deutliche Tendenz zu einer gesundheitsschädigenden Lebensweise zu beobachten.
WHOGesundheitsstandard sinkt
Sechs von zehn Menschen sterben laut WHO an den Folgen von Zivilisationskrankheiten wie Herzinfarkt, Diabetes und Krebs.
Mit steigenden Raten von Fettleibigkeit sinke der Gesundheitsstandard in der Gesellschaft, sagte Shigeru Omi, WHO-Regionaldirektor für den pazifischen Raum. Eine "alarmierende Zahl" von Menschen sei heutzutage fettleibig.
Der WHO zufolge beschränken sich Zivilisationskrankheiten keineswegs auf reiche Staaten. Vor allem in den schnell wachsenden Städten der Entwicklungsländer gebe es etwa durch Verkehrsdichte, Kriminalität und fehlende Grünflächen meist keine ausreichenden Möglichkeiten für körperliche Betätigung.
