30.03.2002

ÜBERRASCHUNG 2

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Ostereiersuche auf der DVD

In vielen Programmen und Spielen haben sich die Programmierer in versteckter Form verewigt.

Oft setzen sich die Entwickler nur sich selbst Credits, aber manchmal sind die "Easter Eggs" genannten Funktionen auch umfangreicher. So ist ein Autorenn-Spiel in Excel 2000 zu finden oder ein Pac-Man-Spiel im Star Writer 2.0.

Schatzsuche

"Easter Eggs gab es immer schon, aber jetzt werden sie verstärkt als Marketing-Instrument eingesetzt", sagt Amy Jo Donner, Geschäftsführerin der DVD Entertainment Group. "Die Filmstudios bestätigen die versteckten Features jetzt offiziell und fügen den DVDs auch aktiv welche hinzu."

Ob Easter Eggs auch Einluß auf die Verkaufszahlen der DVDs haben, ist nicht geklärt, aber in jedem Fall die Suche danach äußerst populär und beliebt. "Es ist, als ob man nach einem versteckten Schatz sucht," erklärt Donner den Reiz der verborgenen Goodies.

Die Markting-Strategie scheint aufzugehen, dann viele Homepages widmen sich inzwischen nur den begehrten versteckten Features.

In den zugehörigen Foren posten DVD Enthusiasten ihre eigenen Entdeckungen und so entwickeln sich schnell rege Diskussionen über die Qualität der Filme und ihrer Easter Eggs.

"Wollen den Käufern den Spaß an der Suche nicht nehmen"

Martin Blythe, Vizepräsident bei Paramount Home Entertainment, erklärt sich das große Interesse dadurch, dass sich das Publikum nach mehr als nur passiver Unterhaltung sehnt. Interaktivität ist gefragt, und die Filmstudios kommen dieser Nachfrage mit [oft auch versteckten] Extras, wie längeren Versionen der Filme, dem Beifügen rausgeschnittener Szenen, verschiedener Trailer und Making-Of-Specials schon seit längerem nach. "Das Dilemma der Easter Eggs ist, dass wir einerseits natürlich wollen, dass sie gefunden werden, andererseits aber den Käufern den Spaß an der Suche nicht nehmen wollen," sagt Blythe.

Markenzeichen der Programmierer

Rob Engstrom, Gründer von DVDeastereggs.com, ist der Meinung, dass die Begeisterung für die Ostereier nicht allein von den Marketing-Abteilungen der Filmstudios herrührt.

75 bis 80 Prozent der 600 Easter Egg-Beschreibungen auf seiner Seite werden von den Lesern aufgedeckt, die restlichen kommen direkt von den Filmstudios.

Die Ursprünge

Die Inspiration zu Easter Eggs kann bis zu einwr der meist verbreitetsten Tastenkombinationen der Computer-Welt, "Strg+Alt+Entf", zurückverfolgt werden.

Dieser Shortcut wurde von David Bradley, einem der ursprünglich zwöf Entwickler des IBM PCs, für Programierer zum schnelleren Neustart des Computers hinzugefügt, doch ein Magazin publizierte die Tastenkombination und die Öffentlichkeit übernahm sie mit Begeisterung.

Eine DVD mit 4,7 GB Speicherplatz gibt den Entwicklern naturgemäß viel mehr Freiraum als nur das Beifügen eines Shortcuts und so werden heute Pannen beim Drehen, Interviews mit den Schauspielern und anderes Material inkludiert.