Lautlos plaudern mit dem Handy
6:00 Uhr morgens, Tokyo. Die U-Bahn ist gefüllt mit japanischen Commutern auf dem Weg zur Arbeit. Scheinbar unbemerkt von den anderen Fahrgästen, spricht eine Masse von Leuten mit geistesabwesendem Blick lautlos ins Leere.
Was der Betrachter dieser Szene nicht weiß: Diese Leute machen weder Kauübungen, noch sind sie dem Wahnsinn verfallen.
Diese Leute telefonieren bzw. schreiben ein E-Mail. Zumindest wenn es nach den Entwicklern des japanischen Telekom-Anbieters DoCoMo geht.
Muskelbewegungen in Wörter umwandeln
Denn an den Köpfen der Geisterredner könnte ein Sensor plaziert
sein, der die Bewegungen der Muskeln an Kiefer und Wangen aufnimmt
und anschließend in Wörter umwandelt. Und diese über ein mobiles
Telefon verschickt.
Handy verschickt Gerüche und GefühleEntwicklung bis 2007
"Die Technologie befindet sich noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium", so Mariko Wada, Sprecherin für NTT DoCoMo in Tokyo.
Erste Tests konnten jedoch eine 100-prozentige Genauigkeit bei der Erkennung von Vokalen beweisen.
Laut Wada ist dies das erste Mal, das solch ein System ohne Fehlerquotient auskommt. Das Unternehmen hofft, die Entwicklung in fünf Jahren abgeschloßen zu haben.
Neue Schnittstellen für neue Menschen
Der Sensor und die dazugehörige Gerätschaft ist Teil der
Bestrebungen der NTT-DoCoMo-Forscher, dem Menschen neue
Schnittstellen zur Kommunikation anzubieten.
Pullover als Stromquelle fürs HandyVibrationen durch den Körper
Bereits entwickelt wurde ein Handy, dass akkustische Signale als Vibrationen durch den Körper schickte und vom Ohr aufnehmen lässt.
Ein zusätzliches Anwendungsfeld für die lautlose Technologie sehen die Forscher bei E-Mail-Anwendungen auf mobilen Geräten.
Sind die Wörter einmal erkannt, können sie genau so gut in Schrift umgewandelt werden. Und damit das Verfassen von E-Mails schneller und einfacher gestalten.
