Software simuliert Airbag-Entfaltung
Mathematiker des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik [ITWM] können mit Hilfe eines Software-Partikelverfahrens simulieren, wie sich ein Airbag entfaltet.
Den Wissenschaftlern gelang es, die komplizierten Strömungsverhältnisse, die beim Öffnen des Airbags entstehen, zu berechnen. Damit können Kräfte, die bei der Entfaltung der Airbags entstehen, in eine Crash-Simulation mit einbezogen werden.
In letzter Konsequenz lassen sich Airbags laut den Forschern künftig sogar auf die jeweiligen Fahrzeuglenker oder Beifahrer einstellen.
Reale Unfälle zu teuer
Auftraggeber, die komplexen Strömungsverhältnisse in Airbags zu
berechnen, war der französische Softwarehersteller ESI, der dem
Trend zahlreicher Autoproduzenten folgt, die Zahl echter Crash-Tests
zu reduzieren. "Reale Unfälle, bei denen Fahrzeuge gegen die Wand
knallen und Dummis durch die Luft wirbeln, sind teuer", so Jörg
Kuhnert vom ITWM. Bei jedem Test werde ein Auto für zehn- bis
zwanzigtausend Euro zu Schrott gefahren.
Fraunhofer-ITWMSoftware simuliert explosionsartiges Aufblasen
Zur Berechnung der Vorgänge im Inneren des Luftkissens benutzen die Experten ein spezielles mathematisches Verfahren, das auf die hochgradig veränderliche Geometrie der Airbag-Entfaltung eingeht.
Aus diesem Grund werden die Strömungsverhältnisse mit einem Partikelverfahren berechnet, bei dem mathematisch dargestellt wird, wie sich die Partikel mit der Strömung bewegen.
Die Wissenschaftler haben so ein Softwaretool entwickelt, dass das explosionsartige Aufblasen des gefalteten Airbags realistisch simuliert.
"Die Simulationsergebnisse stimmen mit den real erhobenen Messwerten hervorragend überein", so Kuhnert.
