27.03.2002

PARANOIA

Bildquelle: RH

"Terrorgefahr" in Funknetzen

Die Cybercrime-Einheit der internationalen Wirtschaftskammer hat jetzt in London eine neue "Terrorgefahr" ausgemacht.

Demnach sind die Datenfunknetze der Londoner City, des Verwaltungszentrums und ein wichtiger Umschlagplatz der internationalen Finanzwelt, in Gefahr von Terroristen missbraucht zu werden.

Eindringlinge könnten nach diesem Szenario über schlecht oder gar nicht gesicherte Funknetze [Wireless Local Area Network, WLAN] Zugang zu sensiblen Bereichen von staatlichen oder privatwirtschaftlichen Datennetzen bekommen und diese im großen Stil manipulieren.

Drive-By-Hacking

Zuvor hatte die Cybercrime-Einheit der internationalen Wirtschaftskammer zusammen mit den Sicherheitsspezialisten von Digilog die rund 5.000 WLANs in der Londoner City sieben Monate lang untersucht und dabei festgestellt, dass 94 Prozent für Eindringlinge weit offen stehen.

Dabei geht es um das zusammen mit der Verbreitung von WLANs aufgekommene "Drive-By-Hacking", bei dem Hacker oder Cracker mit einem Laptop, das mit einer WLAN-Karte ausgerüstet ist, schlicht in einem Auto durch Geschäftsviertel fahren und dabei überprüfen, ob sie sich in ein Funknetz einklinken können.

Trotz Verschlüsselung WLAN geknackt

WLANS sind zwar in der Regel durch ein integriertes Sicherheitsprotokoll [WEP, Wired Equivalent Privacy] gesichert, in London war dies aber in der Regel gar nicht genutzt oder falsch eingesetzt.

Wissenschaftler der Universität Maryland haben WEP, das Sicherheitsprotokoll für IEEE-802.1x-Netze, aber auch bereits geknackt.

In zwei Fällen ist es William Arbaugh und Arunesh Mishra sogar gelungen, durch Lücken in drahtlose Netzwerke einzudringen, die durch WEP geschützt waren.