Deutschland-Debakel für Blue C
Die Pleite seiner deutschen Tochter zwingt den ehemals am Neuen Markt notierten Wiener E-Business-Dienstleisters Blue C Consulting zum Rückzug auf das rein österreichische Geschäft.
Wie Blue C heute mitteilte, musste die Hanauer Tochter Internetdienste.de AG Insolvenz anmelden. Das Unternehmen war erst Mitte September 2001 mit damals 42 Mitarbeitern und drei Millionen Euro Jahresumsatz zugekauft worden.
Am Geregelten Markt in Frankfurt, an dem Blue C-Aktien seit 25. März 2002 nach dem freiwilligen Wechsel vom Neuen Markt gehandelt werden, ist der Aktienkurs heute um fast 21 Prozent auf 19 Euro-Cent eingebrochen. Für die Investoren war das Papier bisher fast ein Totalverlust. Ausgegeben zu einem Emissionskurs von 9,5 Euro hat die Aktie bis dato 98 Prozent an Wert verloren. Das Gastspiel am Neuen Markt lief vom 24. August 2000 bis 22. März 2002.
Blue C verlässt Neuen MarktDauer-Patient
Als Grund für die Insolvenz nannte Blue C "akute Liquiditätsmängel auf Grund von nicht einbringlichen Kundenforderungen und die sehr schwierige Marktlage für Internetdienstleistungen" genannt.
Erschwerend hinzugekommen sei eine Krankheit des Gründers und Blue C-Vorstands Klaus Uwe Stern, der die gesamte Geschäftsentwicklung in Deutschland verantwortete.
Blue C ist seit der Firmengründung 1994 mit roten Zahlen konfrontiert. Im Februar hatte das Unternehmen angekündigt, der für das erste Quartal 2002 angepeilte Break-Even werde wegen verzögerter Projektentscheidungen nicht möglich sein.
