Der Zauber von "ICO"
Action-Adventure sind üblicherweise schnelle, kampf- und geschicklichkeitsbetonte Spiele. ¿ICO¿ [für Playstation 2] gehört zwar in diese Kategorie, fällt dabei aber völlig aus dem gewohnten Rahmen.
In ICO wird ein wenig gekämpft, viel gelaufen und ausreichend gerätselt. Trotz dieser unspektakulären Zutaten bietet es eine kompakte Atmosphäre, die an "Myst" oder "Silent Hill" erinnert.
Die Musik, die düsteren Hintergrundgeräusche, der pfeifende Wind und die unverständliche Sprache tragen dabei den Hauptteil bei. Auch die Geschichte bleibt zu Beginn unerklärt und löst sich erst langsam im Spiel auf. Die weitläufige Umgebung in einer finsteren Burg rundet den Eindruck ab.
Viel Lärm um nichts
Um auf Sonys offizieller Site etwas sehen zu können muss Flash 5
und Quicktime 4 installiert sein. Wer das verweigert, bekommt nichts
zu sehen, hat aber auch nicht viel versäumt.
ICOSchneller Einstieg
Das Spiel beginnt ohne große Erklärungen. Die Anfangssequenz zeigt, dass die Hauptfigur Ico wegen seiner angeborenen Stierhörner lebendig begraben wird. Durch ein Beben kann er entkommen und sucht nun den Weg ins Freie.
Dabei stößt er auf das geisterhafte Mädchen Yorda, das ziemlich hilflos ist. Mit ihr an der Hand läuft er durch die große Burg in der er aufgewacht ist. Um voranzukommen muss er Schalterrätsel lösen und dunkle Schattenwesen bekämpfen, die das Mädchen in ihre Gewalt bringen wollen.
Die weitreichende Ansicht ist im Dritte-Person-Modus und lässt sich stufenlos in alle Richtungen bewegen. Im Spiel ist sie immer dort wo sie gebraucht wird. Der Zoom lässt erkennen dass es grafisch nichts auszusetzen gibt.
Kooperation als Hilfe und Hindernis
Ico und Yorda bewegen sich in detailierten Animationen, die bekannte und unerwartete Bewegungen ermöglichen. Ico muss sich an Ketten hochhanteln, diverse Sachen verschieben, Yorda an großen Vorsprüngen hochziehen oder aus dem freien Fall fangen.
Yorda erweist sich dabei nicht nur als "Klotz am Bein" sondern auch als Schlüssel zu mancher Tür. Nur selten kann sie den selben Weg wie Ico nehmen. Dieser muss ihr den Weg mit Kisten oder Plattformen eben, dafür weist sie ihn auf anstehende Aktionen hin.
Damit ist ICO gleichzeitig auch ein Kooperationsspiel ohne dass Yorda als Einzelfigur gespielt werden kann. Auch zum Speichern müssen sich beide auf eine Steincouch setzen.
Gute Steuerung
Die Steuerung ist präzise und geht leicht von der Hand. Dabei
kann es schon passieren dass eine der Figuren vom Abhang
hinunterfällt, was aber auf Fehlbedienung zurückzuführen ist.
Ansonsten wird mancher Fehler verziehen was etwaigen Spielfrust
eindeutig reduziert.
Sony Computer EntertainmentFaszination "erleben"
ICO erinnert an die Faszination früherer Spiele von Lucasarts oder Sierra oder eben Myst. Ohne viel Aufregung wird eine Stimmung geschaffen, die den Spieler fesselt ohne dass es erklärt werden kann.
Wem Silent Hill zu blutrünstig, Tomb Raider zu schwierig und Munchs Oddyses zu kindisch ist, dem sei ICO wärmstens ans Herz gelegt.
