Morpheus spioniert seine User aus
StreamCast, Vertreiber der File-Sharing-Software Morpheus und Betreiber des Musikportals MusicCity, installiert gemeinsam mit der Morpheus-Software auch ein Marketingprogramm, das Informationen über die Surfgewohnheiten der User sammelt.
Diese Nachricht sorgte bei Morpheus-Usern in zahlreichen Newsgroups für Verärgerung, berichtet das Technologie-Newsportal der "Washington Post", Newsbytes.
"Es werden keine persönlichen Daten gesammelt"
StreamCast hatte beim Start der neuen Software versprochen, keine
Spyware zu verwenden, um sich von anderen Programmen abzugrenzen.
Noch jetzt versichert StreamCast-CEO Steve Griffin, dass das
verwendete Marketingprogramm keine persönlichen Daten der User
sammelt. "Bevor ich eine Kooperation mit einem Unternehmen eingehe,
stelle ich sicher, dass keine persönlichen Daten gesammelt werden",
so Griffin.
Kampf um Tauschbörsen-UserBrowser Helper Object
Das von StreamCast benutzte Programm wurde von Wurld Media entwickelt. Es handelt sich um ein ursprünglich von Microsoft entwickeltes, so genanntes "Browser Helper Object" [BHO], das sich selbstständig zum Microsoft Internet Explorer [IE] hinzufügt.
Mit Hilfe des Browser-Add-on wird gezählt, wie oft Morpheus-User bestimmte Seiten [u.a. Radioshack.com, eBay.com, Amazon.com, Toysrus.com] besuchen. Das Programm arbeitet unsichtbar für den User.
30 Millionene Downloads seit Anfang März
Die neue, Gnutella-basierte Morpheus-Technologie ist die
quantitativ am schnellsten verbreitete Software aller Zeiten. Seit
dem Launch Anfang März wurden laut Download.com des Newsportals Cnet
bereits knapp 30 Millionen Kopien geladen.
MusicCitySpyware deaktivieren
BHOs sind relativ verbreitet [Yahoo und RealNetworks verwenden sie auch].
Laut der Microsoft-Support-Site können sie beim IE ausgeschaltet werden.
Dazu ist es notwendig, im Tool-Menü Extras unter Internetoptionen im Bereich "Erweitert" die Box "Browsererweiterungen von Drittanbietern aktivieren" zu deaktivieren. Nach einem Neustart sind die BHOs inaktiv.
