ICANN-Direktor verklagt ICANN
Karl Auerbach, der gewählte ICANN-Direktor für Nordamerika, hat die ICANN [Internet Corporation for Assigned Names and Numbers] verklagt.
Damit will sich Auerbach den Zugang zu ICANN-Unterlagen erstreiten, der ihm angeblich seit Dezember 2000 verwehrt wird. Die betreffenden Unterlagen geben detailliert Auskunft über die Ausgabepraxis und die Bilanz der ICANN.
Auerbach wird bei seiner Klage von der EFF [Electronic Frontier Foundation] unterstützt.
Nach den bisher veröffentlichten Zahlen gibt die ICANN rund sechs Millionen USD jährlich aus. Rund die Hälfte dieses Geldes geht dabei an die Anwaltsfirma Day Jones.
EFF-Erklärung zur KlageSchlechte Stimmung
Mit der Klage Auerbachs dürfte sich die Stimmung in der ICANN weiter verschlechtern, die seit dem Vorstoß ihres Präsidenten Stuart Lynn vom Februar ohnehin angespannt ist.
Lynn hatte vorgeschlagen, wieder mehr Regierungseinfluss zuzulassen und gleichzeitig die demokratische Wahl eines Teils der Vorstandsmitglieder wieder einzustellen.
Der ICANN-Vorstand hat bei seiner Sitzung in Ghana erst letzte Woche beschlossen, auf eine weitere Online-Wahl vorerst zu verzichten. Auerbach hatte als einziger Direktor dagegen gestimmt.
Netzverwaltung ganz ohne Demokratie
