18.03.2002

UNO-BERICHT

Bildquelle: orf on

Handybesitzer als Entwicklungshelfer

Mobiltelefone verhelfen den ärmeren Ländern nach UNO-Angaben zu einem schnelleren Anschluss an die technologische Entwicklung der Industriestaaten.

Die Ausweitung von Mobilfunknetzen schreite wesentlich zügiger voran als die von Festnetzen, heißt es in einem am Sonntag veröffentlichten Bericht der Internationalen Fernmeldeunion [ITU] in Genf.

Das Handy sei deshalb in vielen Ländern der Dritten Welt bereits ein Ersatz für ein fest installiertes Telefon, sagte ITU-Mitarbeiter Michael Mingus.

Zugang zum Telefon

Die ITU rechnet bis Ende 2003 mit einer Anzahl von 1,6 Milliarden Mobiltelefonen.

Allerdings dürfte die jährliche Wachstumsrate von mehr als 50 Prozent im Jahre 1999 bis dahin auf 20 Prozent zurückgehen.

Bis 2007 dürften nach ITU-Schätzungen 90 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zu einem Telefonanschluss in ihrer Nähe haben. Zurzeit sind es erst 60 Prozent.

Beruf Handybesitzer

In vielen besonders armen und dünn besiedelten Gebieten sind die Mobilfunknetze die erste Chance zum Telefonieren überhaupt.

Dabei genügt oft ein Handy in einem afrikanischen Dorf, das von seinem Besitzer minutenweise vermietet wird, um wenigstens in den dringendsten Fällen den Kontakt mit der Außenwelt herzustellen, ohne eine mühsame Reise in Kauf zu nehmen.

Beispielsweise in Uganda ist diese Form der privaten "Handy-Telefonzelle" schon sehr weit verbreitet. Ein Problem stellt hier aber der bisher ungenügende Netzausbau dar, den die Regierung Ugandas jetzt aber mit Hilfe der Weltbank auch in Gegenden forcieren will, die sich für die Netzbetrieber bisher nicht rentieren.