19.03.2002

HEUTE

Bildquelle: companies

Showdown im Fusions-Poker

Der Fusions-Poker um Hewlett-Packard und Compaq nähert sich seinem Höhepunkt: Heute und morgen entscheiden die Aktionäre von Hewlett-Packard und Compaq jeweils über die bisher größte Unternehmensehe in der Computerbranche.

Garage und Kuchenimbiss

In den letzten Tagen vor der Entscheidung bieten die Rivalen nochmals ihre ganze Kraft auf.

Eine mehrseitige Zeitungsanzeige des HP-Managements zeigt die legendäre Garage im kalifornischen Palo Alto, in der Bill Hewlett und Dave Packard Ende der 30er Jahre mit ihrer Firma anfingen, sowie den Kaffee- und Kuchenimbiss in Houston, in dem vor 20 Jahren der Gründungsbeschluss für Compaq auf eine Serviette gekritzelt wurde.

Kampf um jede Stimme

Der Kampf bleibt bis zur letzten Minute spannend, gebraucht wird pro Unternehmen eine einfache Mehrheit der bei der Abstimmung vertretenen Aktienanteile.

Die Fusion galt zwischenzeitlich unter Experten zwar schon als gescheitert, weil der Widerstand unter den HP-Aktionären wuchs. Doch seit vorletzter Woche kann Fiorina neue Hoffnung schöpfen.

Die Anlageberaterfirma ISS votierte für die Fusion. Nach Schätzung von Experten könnte die Vorgabe von ISS 20 bis 25 Prozent der HP-Aktionäre beeinflussen.

Neuer Player gegen Big Blue

Laut ISS können HP und Compaq zusammen einen Jahresumsatz von 82 Milliarden USD [93 Mrd. Euro] erwarten und damit zum Branchenprimus IBM aufschließen. Das neue Unternehmen wäre mit etwa 140.000 Beschäftigten in rund 160 Ländern präsent.

Unter die Gürtellinie

Jenseits von Argumenten ist die Auseinandersetzung in eine Schlammschlacht ausgeartet.

Fiorina und ihre Mitstreiter stellen Hewlett als ahnungslosen "Musiker und Akademiker" hin.

Hewlett hält Fiorina im Gegenzug vor, ihr Projekt sei keineswegs Frucht langer Planung, sondern lediglich eines "überraschenden Telefonats" mit Compaq-Chef Michael Capellas nur wenige Monate vor Bekanntgabe der Pläne.