Business statt Hype auf der Messe
Bis Samstag war die Stimmung auf der weltgrößten Computermesse CeBIT in Hanover eher abwartend als euphorisch.
Besucher strömten nicht wie in vergangenen Jahren in Massen auf das Messegelände in Hannover, die sonst zur CeBIT üblichen Staus auf dem Messeschnellweg blieben bisher weitgehend aus.
Zugleich ist die erste CeBIT nach dem 11. September weniger schrill als in den vergangenen Jahren. Die großen Mobilfunkanbieter beschallen an ihren Ständen die Halle 12 zwar mit lauter Popmusik. Doch ist die Technologiemesse nach Ansicht von Ausstellern "ruhiger" geworden.
"Der Hype ist vorbei, dafür ist die Qualität der Gespräche am Stand deutlich höher als früher", hieß es bei dem Hersteller von Anti-Viren-Programmen, Symantec. "Die Firmen kommen mit konkreten Problemen und suchen Lösungen. Das war sonst seltener."
Die Messegesellschaft hat ihren Blick jedenfalls schon auf nächstes Jahr gerichtet. Auf großen Plakaten wird in Hannover bereits für die CeBIT vom 12. bis 19. März 2003 geworben.
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Während der deutsche Kanzler Schröder [SPD] bei seinem Messerundgang am Mittwoch bereits den Aufbruch zu spüren glaubte, widersprechen ihm Aussteller.
Nach Schätzungen des Branchenverbandes Bitkom steht die Informations- und Kommunikationsindustrie zwar vor einen Aufschwung. Doch wird der deutsche Markt den Prognosen zufolge nach einem schwachen Wachstum von 1,7 Prozent 2001 in diesem Jahr um lediglich 4,2 Prozent zulegen.
Für Westeuropa wird mit einem Plus von 5,4 Prozent gerechnet, während weltweit ein Wachstum von 6,6 Prozent erwartet wird.
Die meisten Aussteller auf der CebIT sind für das laufende Jahr vorsichtig optmistisch und erwarten ein Ende der flauen Branchenstimmung erst im Herbst. "2002 wird als ein Durchhaltejahr angesehen", fasset ein Aussteller die Stimmung zusammen. "Und dann schauen wir mal, wo wir Ende 2002 stehen. Wir werden noch eine Zeit lang in der Talsohle bleiben. Die Stimmung ist zwar nicht rabenschwarz, aber verhalten."
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Symantec registriert auf seinem Messestand ein reges Interesse für seine Sicherheitssoftware.
Das darf nach Einschätzung von Geschäftsführer Hans-Günther Brosius aber nicht mit einer allgemeinen Konjunkturaufhellung verwechselt werden. Vielmehr seien die Unternehmen nach den Anschlägen vom 11. September in den USA wachgerüttelt:
"Die Firmen denken jetzt viel weiter und wollen sich informieren, was kann alles passieren und wie schütze ich mich davor." Hinzu komme ein höheres Problembewußtsein in den Unternehmen, nachdem durch Computerviren wie "Code Red" oder "Nimba" die Risiken bewußt geworden seien.
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